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The Russian Smile – Deutsch-Russisches Travelling-Seminar zum Thema „Nanopartikel und Synchrotrons“

Alle Teilnehmer des Travelling Seminars mit dem FAU-Pulli bei DESY, Hamburg. Foto: DESY

Alle Teilnehmer des Travelling Seminars mit dem FAU-Pulli bei DESY, Hamburg. Foto: Marta Mayer, DESY

Vom 30. September bis 11. Oktober 2015 fand zum sechsten Mal das Deutsch-Russische Travelling-Seminar statt, mit insgesamt 28 Teilnehmern von Universitäten aus ganz Russland und Deutschland. Die Reise startete in Berlin und führte über Rostock, Kopenhagen, Lund (Schweden), Hamburg, Bremen, Leverkusen bis nach Koblenz und das Rheintal.

Einen inhomogenen Haufen konnte man es nennen, als am Mittwoch den 30. September 2015 insgesamt 28 russische und deutsche Masteranden, Doktoranden und Professoren am Berliner Flughafen Schönefeld aufeinander trafen. Händeschütteln, Vorstellen, schüchternes Angrinsen. Schwer war es, sich auf Anhieb alle Namen zu merken. Dann ging es zuerst einmal ins Hotel, direkt in die Berliner Innenstadt am „Kudamm“. Schon der nächste Tag wartete mit einem straffen Programm auf; früh ging es zu BESSY II, dem Elektronenspeicherring des Helmholtz-Zentrums Berlin. Nach der offiziellen Begrüßung zu unserem Seminar durch die Professoren A. Magerl, A. Rempel und A.Pfitzner, wurden die ersten Vorträge der Teilnehmer gehalten. Natürlich durfte eine Führung durch die riesige Versuchshalle des Elektronenspeicherringes mit 240m Umfang nicht fehlen. In den zahlreichen Versuchsständen werden dort mithilfe der im Synchroton erzeugten elektromagnetischen Strahlung, dem sog. Synchrotronlicht, Materialproben in Nanobereichen untersucht.

Nach getaner Arbeit folgte abends das Vergnügen in Form eines Welcome-Dinners. Dort wurden wir mit Geschenken überrascht: alle erhielten einen „Travelling-Seminar Pulli“ der FAU, welcher sich in den folgenden Tagen als Gruppenmerkmal etablierte und bis zum Schluss immer gerne getragen wurde. Der Startschuss für gemeinsame eineinhalb Wochen, mit vielen neuen und tollen Eindrücken, Wissenschaften und Wissenswerten, interkulturellem Austausch und näherem Kennenlernen, war gefallen.

Die Schönheit Skandinaviens

Kopenhagen

Kopenhagen

Zwei Tage in Berlin vergehen schnell. Über Rostock, wo wir einen Nachmittag mit strahlenden Sonnenschein und eine Nacht verbrachten, schifften wir uns am ersten Samstag unserer Reise (3.Oktober) Richtung Dänemark ein. Auch Kopenhagen begrüßte uns mit Sonnenschein und lud uns ein, ein wunderbares Wochenende dort zu verbringen. Mit dem Wochenstart am 5. Oktober kehrten wir zum wissenschaftlichen Teil des Seminars zurück. Unser Weg führte uns nach Lund, Schweden, wo wir über die Technologie und das Potenzial der European Spallation Source (ESS) aufgeklärt wurden. Diese Neutronenquelle, welche unter anderem den Materialwissenschaften dienen soll, befindet sich momentan noch im Bau und soll ab 2023 in Betrieb gehen.

Am selben Tag ging es wieder zurück nach Deutschland. Die lange Busfahrt bis Hamburg wurde mit weiteren Vorträgen von Teilnehmern gefüllt, sodass die Zeit gut genutzt wurde und es uns die Fahrtdauer kurz erscheinen lies. In Hamburg angekommen, bekamen wir die nordische Wetterlage am eigenen Leib zu spüren, was uns die beeindruckende Hafenrundfahrt jedoch kein bisschen vermiesen konnte. Zusätzlich stand ein Besuch bei DESY, dem Deutschen Elektronen-Synchrotron, auf dem Programm. Auch hier erhielten wir einen Einblick in die Abläufe und Funktionsweisen der Synchrotron-Strahlungs-Technologien zur Visualisierung von Nanostrukturen und chemischen Reaktionsprozessen.

Über die Tage hinweg wächst die Gruppe zusammen

Burg Eltz im schönen Rheinland.

Burg Eltz im schönen Rheinland.

Es folgten die verbleibenden Teilnehmer-Präsentationen und dann ging es schließlich mit einem kurzen Zwischenstopp bei Airbus in Bremen, wo wir in die Welt der Tragflächenfertigung abheben konnten, nach Leverkusen und Köln zum DLR, dem Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt. Interessant war es, über die Materialforschung in der microgravity zu erfahren und das Kommunikationszentrum zur ISS (International Space Station) zu besichtigen. Die Zeit verging wie im Flug, doch zum Glück stand uns noch ein letztes gemeinsames Wochenende im wunderschönen Rheintal bevor. Koblenz diente uns dabei als Stützpunkt sowohl die Stadt an sich, als auch das nahegelegene Moseltal mit seiner versteckten Burg Eltz zu erkunden. Den krönenden Abschluss bildete eine Weinverkostung und das Abschieds-Dinner am letzten Abend, der ausschließlich mit guter Laune durchtränkt war und die Nacht kurz werden ließ.

Die Gruppe war über die Tage hinweg zusammengewachsen. Nun kannte man die Namen, egal ob russisch oder deutsch. Wir haben viel gesehen, viel erlebt, vieles gelernt und viele nette Menschen kennengelernt. The Russian Smile – wenn auch auf den ersten Blick nicht immer klar erkennbar, sozusagen ein Nano-Smile – bleibt uns in herzlicher Erinnerung, dankend und dankbar.

Arseniy Portnyagin, Far Eastern Federal University, Vladivostok, Russia.

Arseniy Portnyagin, Far Eastern Federal University, Vladivostok, Russia.

Arseniy Portnyagin: „It’s difficult to write everything but to write a few is the same challenge. I want to say that this Travelling Seminar is the greatest event I have ever heard of and participated. People from different cultures and fields of science can share interests, can produce new ideas while talking on different topics and there are no borders between them. Looking at people who are involved in science like you is the best motivation. Many of the participants became friends. And an opportunity to see so many places in such short period of time together with mentioned above makes this travelling seminar unique in the scientific world. I will recall this seminar throughout my life.”

 

Ein großer Dank für diese einmalige Reise geht an Mirijam Zobel, die das Programm bis ins Detail geplant hat, unsere Hotels gebucht und die besten Touren, sei es eine Segway- Tour in Kopenhagen oder eine ganz besondere Bootsrundfahrt im Hamburger Hafen, für uns organisiert hat. Ein weiterer Dank an unseren Busfahrer Norbert, ohne den wir nirgendwohin gekommen wären und der unsere Gruppe um einen weiteren herzlichen Menschen ergänzt hat. Und an die Professoren A. Magerl, A. Rempel und A. Pfitzner, durch deren Engagement dieses sechste Travelling- Seminar überhaupt zustande gekommen ist. Außerdem an die Sponsoren, die FAU und v.a. an das Bundesministerium für Bildung und Forschung, welches uns die finanzielle Grundlage geliefert hat, ein solch einmaliges Seminar überhaupt durchführen zu können.