Inhalt

Was tut die FAU für Studierende mit Behinderung? Teil I: Portrait der Arbeit von Dr. Jürgen Gündel

Dr. Jürgen Gündel ist seit Juli 2009 Beauftragter für behinderte und chronisch kranke Studierende an der FAU.

Dr. Jürgen Gündel ist seit Juli 2009 Beauftragter für behinderte und chronisch kranke Studierende an der FAU.

Dr. Jürgen Gündel ist seit Juli 2009 Beauftragter für behinderte und chronisch kranke Studierende an der FAU. Dabei unterstützt er die Universität in ihrer Aufgabe die besonderen Bedürfnisse von Studierenden mit Behinderung bei der Gestaltung der Studien- und Prüfungsbedingungen zu berücksichtigen und ihre Eingliederung in die Universität zu fördern.

Interessante Tatsache #1: Überrascht über den Begriff „Behindertenbeauftragter“? Wer sich in der heutigen wortsensiblen Welt über dessen politische Korrektheit wundert, werfe einen Blick ins bayerische Hochschulgesetz und stelle eine übereinstimmende Begriffswahl fest.

Betroffene Studierende sowie Fakultäten können sich an Herr Dr. Gündel wenden, wenn sie Beratung und Anregungen zur Vermeidung von Nachteile für Studierende mit Behinderung suchen oder auch im Falle konkret auftretender Probleme. Herr Dr. Gündel hilft aber noch bei vielfältigen anderen Angelegenheiten. Gerade eben habe er die englische Übersetzung eines Schwerbehindertenausweises unterschrieben, dessen Inhaber ein Erasmus-Auslandssemester plane. „Wir sind – übrigens sehr erfolgreich – bemüht im Rahmen der Inklusion die Studienwünsche von Menschen mit Behinderung und chronisch Kranker zu realisieren“, sagt Herr Dr. Gündel.

Das bayerische Hochschulgesetz definiert die Aufgabe des Behindertenbeauftragten so: „Sie tragen dafür Sorge, dass Studierende mit Behinderung in ihrem Studium nicht benachteiligt werden und die Angebote der Hochschule möglichst ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen können.“ Ein wichtiges „Tool“ ist dabei der Nachteilsausgleich mit dem die Nachteile, die Studierende aufgrund ihrer Behinderung bzw. chronischen Erkrankung haben, v.a. auch bei Prüfungen, kompensiert werden sollen. „Das darf aber nicht dazu führen, dass diese einem Vorteil im Vergleich zu den gesunden Studierenden haben“, betont Herr Dr. Gündel.

Interessante Tatsache #2: Herr Dr. Gündel ist auch Leiter der Zentralen Studienberatung/Informations- und Beratungszentrum (IBZ), denn die zwei Ämter bedingen sich an der FAU: Der Leiter des IBZ wird auch Beauftragter für behinderte und chronisch kranke Studierende.

„Sicherlich gibt es Grenzen. So kann z.B. ein blinder Mensch nicht Zahnmedizin studieren. Auch gibt es in manchen Fächern – aufgrund der dort vorherrschenden Altbausubstanz – Probleme für mobilitätsbehinderte Menschen.“, so Herr Dr. Gündel. Es werde für eine Universität wie die FAU nie möglich sein alle Gebäude barrierefrei zu gestalten – nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern auch wegen der vielen historischen Altbauten z.B. in Erlangen. „Insgesamt sind wir aber auf einem guten Weg.“

Interessante Tatsache #3: Gemäß der 20. Sozialerhebung sind die häufigsten Formen der gesundheitlichen Beeinträchtigung von Studierenden in Deutschland psychische Erkrankung (42%), chronisch somatische Krankheit (34%), Sehbeeinträchtigung/Blindheit (13%) und Mobilitätsbeeinträchtigung (11%). Nicht alle gesundheitlichen Beeinträchtigungen wirken sich aber gleichermaßen studienerschwerend aus.

Herr Dr. Gündel schätzt die Zahl der Studierenden mit gesundheitlicher Beeinträchtigung an der FAU ca. 5.500 auf Basis der 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks. „Da bei der Einschreibung der Status „Behinderung“ nicht erfasst wird, kann ich Ihnen leider keine offiziellen Zahlen nennen.“ Zur Verdeutlichung dieser Zahl: Bei insgesamt 39.628 Studierende heißt das, dass ca. 14% der Studierenden, also jeder siebte (!) betroffen ist. Die Zahl der ausländischen Studierenden beträgt zum Vergleich nur 3.746. (Quellen und noch mehr interessante Zahlen: Kennzahlen FAU und 20. Sozialerhebung)

Mehr zum Thema, v.a. wie der Nachteilsausgleich funktioniert und welche Angebote und Hilfe es v.a. für sehbehinderte Studierende an der FAU gibt, könnt ihr im nächsten Beitrag lesen. Dieser wird die engagierte Arbeit von Herr. Dr. Krebs, Dozent an der FAU und selbst betroffen, portraitieren.

Kontakt zu Dr. Jürgen Gündel:

juergen.guendel@fau.de

 

Lisa Wolf