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Werbung für ein vereintes Europa – Nürnberg bewirbt sich als Kulturhauptstadt

Tanja und Andreas sind fest davon überzeugt, dass Nürnberg das Zeug zur Kulturhauptstadt hat. Foto: Felix Klaassen

Nürnberg bewirbt sich für den Titel „Kulturhauptstadt Europas“. Diese Auszeichnung wird bereits seit den 80er Jahren an mindestens eine europäische Stadt vergeben. MeineFAU hat sich mit Tanja und Andreas aus dem Projektteam getroffen um den wichtigsten Fragen rund um die Bewerbung auf den Grund zu gehen:

Hallo ihr Beiden! Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für das Interview nehmt!

Was sind denn eure Aufgaben bei der Bewerbung?

Andreas: Ich bin für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Das heißt ich spreche mit den Medien und baue die Social-Media-Kanäle auf. Gleichzeitig informiere ich und versuche das Thema Kulturhauptstadt in der Bevölkerung zu verankern.

Tanja: Ich bin für Partizipationsprojekte verantwortlich, darunter auch für den Open Call, wo Bürger Ideen einreichen können, die sie gerne in Hinblick auf Kunst und Kultur in der Stadt verwirklichen möchten. Zudem schreibt unser Team das Bewerbungsbuch, das nächstes Jahr bei der europäischen Kommission eingereicht wird.

Was hat die Stadt von der Bewerbung?

Andreas: Wir wollen die Stadt internationaler machen und zeigen, was Nürnberg an Kultur alles zu bieten hat. Dadurch bekommen wir die Möglichkeit neue Kunst- und Kulturprojekte zu starten und können mehr Kulturtouristen für einen Besuch begeistern. Wichtig ist außerdem, dass es bei der Bewerbung nicht allein um Kunst und Kultur, sondern auch um Stadtentwicklung geht. Auch wenn nur die Stadt selbst sich bewerben kann, wird letztendlich die ganze Region mit einbezogen. Dazu gehören auch Fürth, Erlangen und das Umland.

Gegen welche Konkurrenz muss sich die Stadt durchsetzen?

Andreas: 2025 wird die Kulturhauptstadt sicher aus Deutschland kommen. Neben Nürnberg haben sich noch Dresden, Chemnitz, Magdeburg, Zittau, Hildesheim und Hannover beworben.

Welche Kriterien müssen erfüllt werden um eine Chance auf den Titel zu haben?

Andreas: Dafür gibt es einen ganzen Aufgabenkatalog von der Kommission. Wichtig ist zu erklären, warum wir uns bewerben und das kulturelle Gesamtprofil der Stadt zu zeigen. Außerdem müssen wir aufweisen, was unsere Langzeitstrategie ist, also wie Nürnberg und die Region auch nach 2025 von der Kulturhauptstadt profitieren können.

Die schöne Altstadt und der Christkindlmarkt sind weitbekannt. Was hat Nürnberg denn an moderner Kultur zu bieten?

Tanja: Wir haben hier eine sehr starke freie Kunst- und Kulturszene in Nürnberg, die wir auch gerne mehr in das Stadtleben rücken wollen. Zudem gibt es beispielsweise die Akademie der bildenden Künste die ein sehr wichtiger Kulturakteur in unsere Stadt ist.

Wunderschön ist Nürnberg ja auf jeden Fall. Foto: Felix Klaassen

Welche Rolle spielt die FAU in Sachen Kultur hier?

Tanja: Hochschulen wie die FAU bringen natürlich viele kreative Köpfe hervor, die die Region mit neuen Ideen bereichern. Mittlerweile gibt es auch Masterarbeiten, die sich mit allerlei Themen rund um die Bewerbung zur Kulturhauptstadt befassen.

Was kommt auf die Stadt zu falls die Bewerbung klappt?

Andreas: Im Jahr 2025 wäre dann natürlich mit einem großen Tourismusansturm zu rechnen. Dementsprechend müssen wir diesem Publikum auch etwas präsentieren, was international Klasse hat. Die Angebote sind derzeit selbstverständlich schon sehr reichhaltig, dennoch wollen wir an der ein oder anderen Stelle noch etwas nachlegen.

Der europäische Zusammenhalt wackelt derzeit. Wie wichtig ist gerade jetzt so ein Projekt?

Tanja: Kunst und Kultur sind anders als Sprachen Motoren bzw. Katalysatoren die Menschen zusammen bringen können. Vielleicht kann Nürnberg hier eine Vorreiterrolle spielen, wie das Europa der Zukunft aussehen soll.

Andreas: Das wäre letztendlich auch das Ziel, das wir damit verbinden möchten. Wir wollen im weitesten Sinne für ein vereintes Europa werben!

Was sind eure Kulturgeheimtipps in der Region?

Tanja: Ich persönlich liebe die Mata Hari Bar in Nürnberg. Eine der kleinsten, aber freundlichsten Bars, die ich kenne. Auch der Expertentag vom Germanischen Nationalmuseum ist super. Dort kann jeder Privatobjekte zum Museum bringen und begutachten lassen.

Andreas: Meine Lieblingsbars sind das USG und das Hannemann. Im Hannemann können sich Künstler bewerben um ihre Kunst zu zeigen. Die Bar wird damit zu einer Galerie. Auch die Artothek im KuKuQ ist spannend, dort kann man für einen fairen Preis Kunstwerke ausleihen.

Jeder kann auch selbst Ideen einreichen. Wie funktioniert das Ganze?

Tanja: Jeder der möchte kann Projekte vorschlagen, die er gerne verwirklichen möchte. Egal ob diese ökologisch, künstlerisch oder sozial sind. Es sind drei Themen vorgegeben, mit denen sich die Projekte befassen sollten: Stadt und Veränderung, Geschichte und ganze besonders wichtig ist natürlich Europa. Am Ende gibt es eine Onlineabstimmung um zu bestimmen, welche Projekte gefördert werden sollen. Die Besten können bis zu 5000€ erhalten.

Wichtig ist, dass man einen Partner vor Ort findet, der damit einverstanden ist. Das kann ein kleines Café, aber auch eine große Firma sein. Außerdem darf das Projekt nicht durch andere Quellen finanziert werden um einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen. Sach- und Materialleistungen sind aber erlaubt.

Die Umsetzung sollte bestenfalls bis 2019 klappen. Es ist also eine Möglichkeit, schnell seine Idee zu verwirklichen!

Vielen Dank euch Beiden für das Interview!

Wenn ihr selbst eine tolle Idee habt, die ihr in der Region Nürnberg verwirklichen wollt, dann bewerbt euch doch einfach! Bis zum 10. Juni könnt ihr Ideen einreichen. Die Abstimmung findet ab dem 17. Juni statt.

https://opencall.n2025.de/

Hier findet ihr außerdem noch zwei Videos zur Bewerbung:

https://www.youtube.com/watch?v=OOMq1hzY35c

https://www.youtube.com/watch?v=lJg26yx0Yww&t=2s

Felix Klaassen