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„Willst du mit mir wählen gehen?“

Das Motiv zur Aktion gibt es an den Infoständen auch als Postkarte zum Mitnehmen (Grafik: AG Medizin und Menschenrechte Erlangen)

Das Motiv zur Aktion gibt es an den Infoständen auch als Postkarte zum Mitnehmen (Grafik: AG Medizin und Menschenrechte Erlangen)

Mit diesem Motto stehen Mitglieder der AG Medizin und Menschenrechte noch bis zum 14. Juli immer montags bis freitags von 12 bis 14 Uhr vor den Mensen am Langemarckplatz und am Südgelände. Normalerweise engagiert sich die AG für freien Zugang zu medizinischer Versorgung, aber dieses Mal geht es um ein anderes wichtiges Thema: die bevorstehende Bundestagswahl im September.

Die Aktion soll die Studenten der FAU dazu motivieren, wählen zu gehen und auch die Möglichkeit der Briefwahl wahrzunehmen, wenn man mal wieder unterwegs ist. Denn auch wir Studenten haben die Möglichkeit, die Zukunft des Landes mitzugestalten. Damit man die Wahl auch nicht vergisst, verteilt die AG an den Mensen kleine Gedächtnisstützen und spricht mit Studenten. Nehmt euch doch vor oder nach dem nächsten Mittagessen ein paar Minuten Zeit und natürlich das wichtigste: Geht wählen!

Wir haben mit Thomas von der AG Medizin und Menschenrechte gesprochen und ihm ein paar Fragen gestellt:

Thomas und seine Mitstreiterinnen der AG Medizin und Menschenrechte vor der Mensa (Foto: Susanne Krüger)

Thomas und seine Mitstreiterinnen der AG Medizin und Menschenrechte vor der Mensa (Foto: Susanne Krüger)

Thomas, würdest du dich kurz vorstellen?
Klar, ich bin Thomas, bin 23 Jahre alt und studiere Medizin im siebten Semester hier an der FAU.

Was ist die AG Medizin und Menschenrechte eigentlich?
Die AG Medizin und Menschenrechte ist eine Initiative, die ursprünglich vor allem von Medizinstudenten gegründet wurde, aber für Studenten aller Fakultäten offen ist. Die AG steht unter der Schirmherrschaft von Professor Andreas Frewer vom Lehrstuhl für Geschichte und Ethik der Medizin an der FAU.
Unser Ziel ist es – vor allem in den letzten Jahren – Flüchtlingshilfe zu organisieren, aber auch schon davor ging es darum, dass alle Leute fairen Zugang zu medizinischer Versorgung bekommen sollten. Dabei geht es vor allem um Menschen, die aus irgendwelchen Gründen illegal hier sind. Denn jeder Mensch hat das Recht darauf, medizinisch versorgt zu werden. Wir arbeiten dazu mit vielen Ärzten zusammen, die sich ehrenamtlich engagieren und bereit sind, solche Leute auch ohne Entgeld zu behandeln. Dabei übernehmen wir die Vermittlerrolle zwischen Arzt und Patient.

Wieso steht ihr heute vor der Mensa?
Im Herbst, genauer gesagt am 24. September, steht die nächste Bundestagswahl an. Das hat zwar weniger etwas mit Medizin, dafür aber einiges mit Menschenrechten zu tun. Über den Sommer sind die Studenten meistens überall verstreut, deshalb wollten wir uns rechtzeitig um eine Aktion kümmern, die auf die Wahl aufmerksam macht. Es ist wichtig, in einer Demokratie sein Wahlrecht auch wahrzunehmen, denn so hält man sie am Leben. Gerade in Zeiten, in denen viele Themen kontrovers diskutiert werden, in denen häufig Gefühle mehr zählen als Fakten.
Wir wollen für mehr Sachlichkeit sorgen. Es geht nicht darum, den Leuten eine politische Richtung zu empfehlen oder aufzudrücken. Stattdessen geht es darum, dass sich jeder mit Politik beschäftigen sollte und als aktiver Bürger sein Wahlrecht auch nutzt – so kann man sich für eine fairere Gesellschaft engagieren. Auf der Webseite waehlen.ml haben wir weitere Infos zusammengestellt.

An den Ständen gibt es Infomaterial und Give-aways (Foto: Susanne Krüger)

An den Ständen gibt es Infomaterial und Give-aways (Foto: Susanne Krüger)

Was ist für dich ausschlaggebend für dein Engagement? Wieso stehst du heute hier und opferst deine Freizeit?
Für mich ausschlaggebend waren die Entwicklungen in Deutschland in den letzten Jahren. Die feindliche Haltung gegenüber Zuwanderung und Zuwanderern breitet sich immer weiter aus. In dieser Debatte begegnet man oft Unsachlichkeit. Das hat mich persönlich so bewegt, dass ich beschlossen habe, selbst aktiv zu werden. Ich wollte als Bürger das tun, was innerhalb meiner Möglichkeiten liegt. Dafür bietet die Initiative der AG Medizin und Menschenrechte eine tolle Möglichkeit. Wir wollen eine Message senden und andere animieren, ebenfalls wählen zu gehen.

 

Vielen Dank für das Interview!
Susanne Krüger