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Wohnen fürs Mitanpacken

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Das Projekt „Wohnen für Hilfe“ ist für alle Beteiligten eine win-win-Situation. Foto: Stadt Erlangen

2 Zimmer, 25 m² auf eigener Etage, universitätsnah. Miete: Betreuung der Rasselbande, zzgl. Nebenkosten.

Helles Zimmer, 18 m², eigenes Bad in sanierter Altbauwohnung. Miete: Hilfe mit neumodischen Dingen wie Internet und Email, zzgl. Nebenkosten.

Hört sich gut an? So ähnlich klingen die Anzeigen des Projekts „Wohnen für Hilfe“, das die Stadt Erlangen in Kooperation mit dem Studentenwerk Erlangen-Nürnberg im Sommer 2011 ins Leben gerufen hat, um dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Studierende Abhilfe zu schaffen. Das Prinzip ist einfach: Studierende erbringen diverse Unterstützungsarbeiten im Alltag als Miete für den von Hilfesuchenden zur Verfügung gestellten Wohnraum (lediglich die Nebenkosten sind getrennt zu zahlen). Das Angebot wird gut angenommen und es kommt zu rund 30 Vermittlungen pro Jahr.

Dabei gibt es Wohnpartnerschaft zwischen jungen Studierenden und Alten, zwischen kinderlosen Studierenden und Kinderreichen oder zwischen fitten Studierenden und Menschen mit Behinderung. Möglich ist alles, wichtig sind die Vorteile für beide Seiten. Das haben Studierende davon: Wohnraum, den sie sich sonst nicht leisten könnten. Das haben die Wohnungsanbieter davon: Die Alltagshilfe, die sie brauchen und wieder Leben in zuvor ungenutzten Wohnräumen. Und das haben beide davon: Ein familiäres Verhältnis, neue Erfahrungen und die Bereitschaft sich auf andere Menschen einzulassen.

Ungewöhnliche WGs, die trotzdem super funktionieren können. Foto: Stadt Erlangen

Ungewöhnliche WGs, die trotzdem super funktionieren können. Foto: Stadt Erlangen

Im Haushalt mithelfen, Besorgungen erledigen, Begleitung zum Arzt, im Winter Schneeräumen, im Sommer Gartenarbeit, Kinder beaufsichtigen, Nachhilfe, Sprach- oder Musikunterricht geben, Schreibarbeiten und Hilfe bei PC, Internet und Co., Gassi gehen oder einfach „nur“ Gesellschaft leisten und Vorlesen oder gemeinsame Spaziergänge… Die Hilfeleistungen sind vielfältig und können von den Wohnpartnern individuell vereinbart werden. Lediglich Pflegeleistungen sind ausgenommen. Die Faustregel bei „Wohnen für Hilfe“ heißt: 1m² Wohnfläche für 1 Stunde Unterstützung pro Monat.

Wie funktioniert das Ganze? Zunächst füllen beide Seiten einen „Wunschbogen“ aus. Den Bewerbungsbogen für Studierende gibt es hier. Die Studierenden äußern beispielsweise ihre besonderen Fähigkeiten im handwerklichen oder kulturellen Bereich, die präferierte Wohnlage und ob sie lieber bei Senioren oder einer Familie leben möchten. Anschließend müssen sei sich persönlich vorstellen. Die Wohnraumanbieter umgekehrt machen Angaben über die Art von Leistung, die sie sich wüschen und den Wohnraum, den sie zur Verfügung stellen können. Danach übernimmt die Stadt das „Matching“. Mitarbeiter der Stadt prüfen zudem die Eignung des angebotenen Wohnraums. Grundvoraussetzung ist die Bereitstellung von mindestens einem eigenen Zimmer; Bad und Küche können geteilt werden. Die Stadt begleitet die Wohnpartnerschaften kontinuierlich und steht als Ansprechpartner auch im Konfliktfall zur Verfügung. Wie in jeder WG kann es zu Konflikten kommen, wenn man so eng unter einem Dach zusammen lebt. Der Wohnraumvertrag sieht deshalb u.a. zwei Monate „Probezeit“ für beide Seiten vor. Die Erfahrung zeigt, dass man sich entweder am Anfang gleich trennt, da die „Chemie nicht stimmt“, oder aber die Wohnpartnerschaft länger Bestand hat.

Aktuelle Wohnangebote gibt’s auf der Facebook-Seite, weiter Auskünfte und Beratung erteilt die Erlanger Privatzimmervermittlung des Studentenwerks oder die Stadt Erlangen direkt:

Kontakt

Stadt Erlangen / Abteilung Wohnwesen

Frau Hesel, Tel 09131/8615-86

Frau Andretzky, Tel 09131/8618-24

www.erlangen.de/WohnenErlangen

E-Mail: wohnungsvermittlung@stadt.erlangen.de

 

Lisa Wolf