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Zu Gast beim Freitagsgebet in der Friedensmosche Erlangen

Die Mitglieder des Seminars „Islam in Medien und Öffentlichkeit“ (v. l.): Antonia Schmid, Adèle Mengue, Dozentin Doktor Najat Abdulhaq, Pauline Möller und Caroline Hofmann. Foto: Milena Kühnlein

Es sind Menschen aus Syrien, dem Irak, dem Iran, Libyen, Jemen, Somalia und dem Sudan, die für nunmehr 90 Tage nicht mehr in die USA einreisen dürfen. Warum? Weil ihre Herkunftsländer mehrheitlich muslimisch geprägt sind. Der sogenannte „Muslim-ban“, als Dekret von US-Präsident Donald Trump verhängt, zeigt den vorläufigen Gipfel an Muslimfeindschaft und sorgte auf der ganzen Welt für Empörung. In Zeiten wie diesen ist es wichtiger denn je, interreligiöse Dialoge zu führen und sich mit Menschen anderer Glaubensrichtungen auseinander zu setzen. Medien-Ethik-Religion-Masterstudentin Caroline Hofmann, Masterstudentin des Studiengangs Medien-Ethik-Religion, hat dies mit einem beeindruckenden Videoprojekt über das Freitagsgebet in der Friedensmoschee Erlangen getan. Zusammen mit ihren Kommilitonen sowie Dozentin Doktor Najat Abdulhaq hat sie das Seminar „Islam in Medien und Öffentlichkeit“ mit einem praktischen Output abgeschlossen.

In welchem Rahmen wurde das Video erstellt?

Caroline: Der Kurs untersuchte verschiedene Schlagwörter wie Demokratie oder Philosophie in der islamischen Gesellschaft. Um uns das Thema näher zu bringen hat unsere Dozentin vorgeschlagen, das Freitagsgebet zu besuchen. Wir haben verschiedene Videoaufnahmen gemacht und eine Kommilitonin hat sogar das Freitagsgebet des Imams analysiert.

Welches Resümee zieht ihr nach diesem kleinen Exkurs?

Pauline Möller: Für uns war es eine Begegnung. Wir waren alle das erste Mal in einer Moschee und es war spannend zu sehen, wie es dort aussieht und abläuft. Interessant war das Interview mit dem Imam.

Caroline: Es war weniger eine Forschung sondern eher eine kulturelle Begegnung. Das Video wurde auf unseren Social-Media-Seiten geteilt. Zum einen, um über dieses wichtige Thema aufzuklären. Und zum anderen, um unseren Masterstudiengang Medien-Ethik-Religion bekannter zu machen.

Was war der Anspruch des Projekts?

Doktor Najat Abdulhaq: Unser Anspruch ist, einen Teil des Studiums mit praktischen Inhalten zu füllen. Wir haben die Möglichkeit, nicht nur über islamische Themen zu reden sondern ihnen auch wirklich näher zu kommen. Wenn man selbst vor Ort ist, ist es einfach anders und man kann sich in die Community einfügen. Dieses Erlebnis war wichtig.

Caroline: Ja, es war insgesamt ein kleiner Prozess. Unsere Dozentin hat uns im Vorfeld erklärt, wie wir uns zum Beispiel korrekt kleiden. Es war ein sehr guter Einblick.

Pauline : Man liest und hört in den Medien viel über den Islam. Aber sich selbst vor Ort mit dem Glauben zu befassen ist noch einmal etwas ganz anderes.

Im Video sieht man die Gruppe – bekleidet mit Kopftüchern – unter anderem im Frauengebetsraum und im Gespräch mit Imam Mahmoud Kandiel. Der kulturelle Austausch und der Dialog mit Menschen anderer Glaubensrichtungen steht sichtbar im Vordergrund. Viele Menschen wissen nicht, wie eine Moschee tatsächlich von innen aussieht oder was genau bei einem Freitagsgebet passiert. Das Äquivalent zum christlichen Sonntagsgottesdienstes wird dank der Videoproduktion des Seminars genauer beleuchtet. Dozentin Doktor Najat Abdulhaq lobte vor allem den Dialog mit Imam Mahmoud Kandiel, der sich nicht scheute auch kritische Themen wie religiösen Fanatismus anzusprechen und zu diskutieren. Nur durch Dialog und Gespräche kommt man mit Menschen anderer Religionen in Kontakt und findet Gleichheiten sowie Unterschiede zwischen zweier Glaubensrichtungen.

Wie Christian Wulff einst sagte: „Der Islam gehört zu Deutschland.“ Deswegen ist Austausch enorm wichtig. Doktor Najat Abdulhaq betonte während des Gespräch, dass Moscheen öffentliche Orte seien. Und in der Tat: Ob nun das Zuckerfest, die Kirmes oder der Tag der offenen Tür: Moscheen in deutschen Gemeinden sind zu unterschiedlichsten Gelegenheiten für den öffentlichen Zugang frei. Gemeinsames Essen, Feiern und kultureller Austausch stehen an erster Stelle. Ein Besuch lohnt sich also aus den verschiedensten Gründen und kann helfen, Vorurteile und Unwissenheit abzubauen.

Das ausführliche Interview mit dem Imam kann hier nachgelesen werden.

Das Video ist unter auf der Facebook-Seite des Studiengangs aufrufbar.

Milena Kühnlein