Verbrennungsofen für Drobo

Umweltfreundliche Entsorgung infektiösen Abfalls im St Mary's Hospital

Inhalt

Abschlussvortrag, Fazit und weitere Infos

Der Abschlussvortrag zu diesem Projekt findet nun am 7. April im K1 der Technischen Fakultät (Erwin-Rommel-Straße 60) um 18 Uhr statt.

Accra Wir sehen uns beim Abschlussvortrag!

Das Fazit unserer Reise ist auf jeden Fall, dass wir kulturell, zwischenmenschlich und technisch einiges gelernt haben. Wir freuen uns schon auf unser nächstes Ofen-Projekt, das aber wahrscheinlich nicht mehr in Ghana statt finden wird!

Die Arbeitsweise der Ghanaer unterscheidet sich – wie schon gedacht – doch erheblich von der eines Deutschen, wobei die Herangehensweise von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist. In dem friedlichen Land gibt es viel zu tun. Vor allem Müll und Energieversorgung stellt in Ghana ein großes Problem dar. Bei größer angelegten Projekten kann es jedoch große Probleme mit Korruption geben.

Für Interessierte möchten wir noch auf folgende Projekte hinweisen:

  • Von engagierten Studenten in Ghana werden in Cape Coast und Kumasi Schulungsprojekte bezüglich Müll durchgeführt. Hierbei werden Studenten (in Campus Dustbin Projects) und Schüler (in Recycle up Ghana! Summercamps) geschult. Weitere Informationen unter der Recycle up – Homepage
  • Ein Projekt, das zeitgleich mit unserem durchgeführt wurde: Teaching Computer Basics (TCB) vermittelt Schülern und Lehrern an der Highschool Grundkenntnisse zum Umgang mit Computern. Ziel ist es, Schülern und Lehrern Möglichkeiten zur Recherche und Arbeiten mit Microsoft Office Programmen zu eröffnen.
  • Und natürlich die Seite vom Hauptverein: Technik ohne Grenzen e.V. (TeoG)

Abflug

Am letzten Tag bestritten wir den letzten kleinen Abschnitt unserer Reise, das heißt die Strecke von Cape Coast nach Accra in einem noblen Monstergeländewagen mit fetter Klimaanlage. Entsprechend flott ging es vorran. Nachdem der Fahrer mit seinem aggressiven Fahrstil alle Autos und Straßenverkäufer von der Fahrbahn gejagt hatte erreichten wir innerhalb von 2 Stunden die Hauptstadt.

Wir luden unser Gepäck bei Chris ab, der ja schon einige Wochen zuvor unsere erste Anlaufstelle war. Dann machten wir in der Nähe noch ein paar Besorgungen

Accra Das Vieh wird durch Accra getrieben – in Cape Coast haben wir aber auch schon eine Herde über das Uni-Gelände wandern sehen

Accra Chris schlägt Mangos und Flos vom Baum

Nachmittags machten wir mit Chris nochmal einen Kurzurlaub zum Strand. Dort fängt Chris bisweilen nachts mit Freunden Fische und Krabben. Für einen Eimer Krabben bekommt man 40 GHC (etwas über 10 €) – das sind ein paar Stunden Arbeit.

Accra Kurzurlaub am Strand – Chris zeigt uns seine Heimat, die Orte, an denen er schon als kleiner Junge mit seinem Vater Fisch und Krabben gefangen hat

Accra Uns läuft ein Fotograf über den Weg – Chris beschließt uns ein Foto zu kaufen (Der neueste Hit: Die Fotos werden noch vor Ort ausgedruckt)

Videoshoot, Meetings und Strand

Drobo Das Hostel, in dem wir schlafen

Drobo Der Science-Campus

Drobo Noch mehr Science-Campus

Heute waren wir vor allem am Uni-Campus unterwegs. Wir regelten einige Dinge mit Sampson, dem Kassenwart von TeoG Ghana. Danach besuchten Sampson und Florian einige Departments der Uni und Studentenorganisationen, um die Werbetrommel für das Campus Dustbin Project zu rühren, und Kooperationspartner zu gewinnen. Die Leute, bei denen wir waren, waren auch aufgeschlossen und hilfsbereit, und haben angeboten, was im Rahmen ihrer Möglichkeiten ist.

Johanna begann währenddessen schon mit einigen TeoG-Mitgliedern aus Cape Coast, fehlende Szenen für ein Werbevideo für das Projekt zu drehen. Das Drehbuch wurde geschrieben, die Rollen gecastet, und die Kamera angeworfen. Wird bestimmt gut. Einen Link posten wir wenns fertig ist!

Drobo Beim Dreh

Nachmittags hatten wir noch einige Stunden Zeit, an den Strand zu fahren. Wir fuhren zum Strand „Oasis“ nahe der alten britischen Burg, und ließen uns von den Atlantikwellen herumwirbeln. Auf dem Rückweg zeigte uns Kofi, ein freundlicher Armbandverkäufer, den Weg zum Sammeltaxi. Jetzt wollten wir eigentlich packen, aber wir verbringen unseren letzten Abend in Ghana genauso wie unseren ersten: im Dunkeln, es gibt keinen Strom.

Die Regionalgruppe in Cape Coast

Drobo Frühstück im Freien

Wir sind hier in einem Student Hostel untergebracht, eine Art privates Studentenwohnheim. Die Zimmer teilen sich hier zwei, aber jedes hat ein eigenes Bad und eine kleine Küche, und es ist vergleichsweise ruhig, und schön gelegen. Hier wohnen eher die älteren Semester.

Drobo Der Taxifahrer, der drei Minuten auf uns wartet, nutzt die Gunst der Stunde und wäscht sein Auto. Die andere Seite schafft er nicht mehr.

Sonntag Mittag holte uns dann Shepherd, der Kassenwart und Sekretär der RG Cape Coast, ab. Wir trafen Sampson, den Kassenwart von TeoG Ghana, und Leiter der Regionalgruppe. Er brachte uns zum Campus. Der ist wie auch in Kumasi ein riesiges Areal, eine Art Stadt in der Stadt, schön angelegt und sauber. Die Kuhherde, die die Straße zwischen den Häusern der Professoren überquert, lässt niemanden mit der Wimper zucken.

Drobo Sampson und Florian

Wir hatten große Pläne: Szenen für ein Video für ein Projekt (Campus Dustbin Project) drehen, einen kleinen Workshop zu unserem Ofenprojekt abhalten, und Feedback für eine Projektskizze geben. Danach Regionalgruppentreffen, wo wir eine Art Motivationsrede halten sollten. Aufgrund diverser Verspätungen schafften wir davon nicht so viel.

Drobo Das Regionalgruppentreffen. Shepherd steht vorne.

Drobo Sampson zeigt der RG ein neues Fundraisingvideo

Wir überreichten den Beteiligten am Projekt „Teaching Computer Basics“ ihre Anerkennungsurkunden. Das Übergeben von Geschenken und Ähnlichem geht hier selten ohne Foto vor sich.

Drobo Urkunde überreichen für die Kamera. Im Hintergrund Ofenerläuterungen

Einige Leute der Regionalgruppe konnten wir kennenlernen, und am späten Abend noch über Ofenprojekte allgemein berichten. Wir freuen uns, dass TeoG Ghana solche Projekte in Zukunft selber übernehmen wird!

Drobo Regionalgruppenfoto. „Eins, zwei, drei, TEOOOOG!“

Danach saßen wir noch auf einer Dachterasse, und ließen uns bei einem Stone-Bier die kühle Meeresluft um die Nase wehen.

Reise nach Cape Coast

Um 8 Uhr morgens brachen wir mit Mr. Brown nach Berekum auf. Dort wollten wir noch Abraham hallo sagen, weil wir ihm versprochen hatten, Fotos vorbeizubringen (die Ghanaer stehen auf Fotos)

Drobo Linda, die die uns so gut bewirtet hat und unseren Haushalt geschmissen hat, bekommt ein kleines Dankeschön überreicht

Drobo Nochmal ein kurzes Telefonat mit Danny (das ist hier so üblich, dass man sich immer wieder einfach so mal anruft) und Abschied von Isaac und Sister Agnes (die wir in Deutschland kennengelernt haben)

Drobo Die Rucksäcke stehen gepackt zum Aufbruch

Drobo So sieht ein Ofen nach zwei Jahren Einsatz aus…

Drobo Begutachtung des Ofens mit Abraham

In Sunyani zogen an uns Demonstranten vorbei, die mit lauter Musik (wie sollte es auch anders sein) gegen Dumsor protestierten. Die Energie-Politik Ghanas wird von den Einheimischen sehr kritisch betrachtet. Vor allem in Großstädten gibt es einen Plan, wann es Strom gibt und wann nicht. Die Energie reicht bei weitem nicht für alle aus.
Die Regierung will aus der Türkei 2 Schiffe für 10 Jahre anmieten, die mit Diesel Strom produzieren sollen.

Drobo Demo in Sunyani gegen Dumsor

In unbequemen Verkehrsmitteln setzten wir unsere Reise fort. Die Busse sind einfach nicht für längere Europäer gemacht. Abends um 9 Uhr kamen wir schließlich in Cape Coast an. Wir wurden von Sampson abgeholt und zum Essen gebracht.
Abends waren wir in der Uni auf einer Hall-Party. Neben lauter Musik schliefen die Studenten in ihren 6 Bett Zimmern. Man muss wohl einen ziemlich viel Gedult haben, um so viel Lärm zu ertragen. Die Fenster sind hier nämlich immer offen. Man bekommt immer alles mit – sowohl Luft als auch Lärm.

Das Höllenfeuer brennt!

Alle technischen Angelegenheiten sind erledigt! Das heißt, der Ofen kann jetzt in Betrieb genommen werden. Alhassan hat bevor wir angekommen sind damit angefangen, Pappe zu Sammeln. Wir haben ein paar Plastikflaschen. Die werden gebraucht, um den Ofen auf Temperatur zu bringen, weil sie heißer brennen als Pappe.

Drobo Die Pappe wird angeliefert – als Ladungssicherung hat sich Kosono angeboten

Drobo Alhassan kann es nicht erwarten, seinen Ofen in Aktion zu sehen (v.l. Florian, Isaac und Alhassan)

Drobo Wir sind auch gespannt – funktioniert die Theorie wirklich in der Praxis??

Zu Beginn mussten wir als praktische Newbies auch erstmal den Ofen kennenlernen. Zwar haben wir durchaus Tips von den alten Hasen bekommen, dennoch wollte der Ofen zunächst nicht so ganz auf Touren kommen. Aus dem Schornstein kam schwarzer Qualm. Alhassan, die Maurer sowie Danny und Isaac jubelten und verstanden nicht, warum wir absolut unzufrieden waren – das Feuer brannte ja offensichtlich.

Drobo Der Ofen brennt – auch der Qualm ist nicht mehr tiefschwarz

Drobo Ein Blick in die Sekundärbrennkammer verrät – der das Feuer brennt Vorschriftsmäßig

Drobo Der Chef (Alhassan) überprüft die Verbrennung in der Primärkammer

Nachmittags wurden die Verantwortlichen aus den verschiedenen Stationen zu einer Versammlung gerufen. Einige sprechen nicht besonders gut Englisch, deshalb wurde alles in Twi übersetzt oder erklärt. Um die Person, die den Ofen bedient, nicht zu gefährden, muss der Müll gut getrennt sein. Pappe dient zum Anzünden, sauberes Plastik wird benutzt, um die Temperatur zu steigern. Dann kann infektiöser Müll – der unter Umständen etwas feucht ist – dazugegeben werden.

Drobo Damit der Ofen effizient und sicher brennt, muss eine Mülltrennung erfolgen (Vorne: Isaac und die Matron)

Drobo Danny erklärt das Funktionsprinzip

Nach dem theoretischen Teil des Workshops präsentiert Alhassan seinen Ofen. Wir fanden es beeindruckend, wie sehr sich die Belegschaft mitreißen ließ. Es wurde viel diskutiert. Danny übersetzte ein paar Wortfetzen für uns ins Englische. Einer schlug der Matron vor, man solle nicht nur das Personal, sonder auch die Patienten und deren Verwandten schulen.
Auch die Matron steht voll und ganz hinter uns. Eine sehr beeindruckende Persönlichkeit: unglaublich lieb und (fast) immer lachend. Aber sie ihre Belegschaft im Griff. Wenn irgendwer sieht wie in einer Station der Müll nicht sauber getrennt wird, soll sie persönlich rufen.

Drobo Alhassan erklärt der Crew die Funktionsweise seines Ofens – wir glauben, wir haben alle auf unserer Seite!

Morgen ist leider schon unser letzter Tag in Drobo. Die Matron hat gefragt, wann wir wieder kommen!

Verabschiedungen ;(

An unserem letzten Tag mussten wir uns zum Aufbruch bereit machen. Das bedeutet vor allem, dass viele Hände geschüttelt und Geschenke verteilt wurden. Ein bisschen „Arbeit“ lag dennoch vor uns: Ein letztes Verbrenner-Training. Für uns ist es wunderbar zu sehen, wie die Theorie wirklich funktioniert!

Drobo Vor der Verbrennung wird die Asche aus dem Ofen geleert

Drobo Isaac ist auch immer mit viel Begeisterung dabei – manchmal muss man seinen Tatendrang allerdings etwas bremsen 😉

Drobo Father Sae misst die Temperatur am Kamin seines Krankenhauses

Der Abschied vom Management gestaltete sich mit Reden ganz des Lobes ausgehend von beiden Seiten. Es wurde unsere MoU (Memorandum of Understanding = eine Art Vertrag) unterschrieben. In unserem Fall ein Plakat, das während des Workshops erarbeitet wurde. Zum Abschied wurden Geschenke ausgetauscht. Nach Tradition in Ghana packt man Geschenke erst zu Hause aus. Dann geht der Beschenkte zu seinem zum Haus seines Donors und bedankt sich.

Drobo Austausch von Geschenken

Drobo Präsentation der MoU – Abschlussfoto mit einem Teil des Managements

Drobo Abschied von unserem Mitbewohner Danny

Drobo Präsentation der neuen Kleider: Vom Krankenhaus haben wir grüne Kleidung geschenkt bekommen (die Lieblingsfarbe der Matron)

Raising Chimney!

Woohoo! Wir freuen uns, euch mitteilen zu dürfen: Seit heute steht das Ofenrohr. Ein Moment, den alle mit Spannung erwartet haben. Davor gab es allerdings noch einige vorbereitende Arbeiten zu erledigen, nachdem Mr. Johnson mit seiner mobilen Schweißanlage angerückt ist!

Drobo „Mobile Welding Plant“: die Mobile Schweißanlage von Mr. Johnson

Damit Alhassan, der die Wartung des Ofens durchführen wird, später gut den Kamin raufkommt, werden Eisensrots am Kamin als Stufen fixiert

Drobo Ivans schweißt die Eisenrods ans Rohr

Nach ausführlicher Diskussion über die Dachkonstruktion, konnte endlich das Rohr aufgestellt werden.

Drobo Alle packen an (außer Johanna, weil eine Lady so etwas nicht tut – überhaupt nicht 😛 )

Drobo So sieht der Chimney-Support aus

Genau zur richtigen Zeit kommt Alhassan, der leider von der Regierung aus einen Workshop besuchen muss. Genau, als der Kamin steht, kommt Alhassan und alle jubeln zusammen!

Drobo Alhassan (vorne in weiß) jubelt mit der gesamten Mannschaft

Drobo Es geht an die Fixierung des Kamins am Dach – Kofi justiert das Rohr

Drobo So sieht der Chimney-Support nun aus

Zu Ende des Projektes gab es große Fotosession

Drobo So ziemlich alle beteiligten dieses Projektes

Drobo Die Schweißer-Crew von Mr. Johnson hat viel Zeit mit diesem Projekt verbracht (umgerechnet mehr als 6 Arbeitstage – rein mit schweißen ohne Materialbeschaffung): (v.l.) Student, Kumar, Mr. Johnson, Ivans und Ata)

Schließlich kann auch getestet werden, wie einfach der Kamin zu putzen ist: fühlt sich erstaunlich stabil an. Wenn man keine Höhenangst hat, fühlt man sich in etwa acht bis neun Metern Höhe pudelwohl)

Drobo Danny überprüft die Sicherheit des Kamins mit Sicherung durch Florian…

Drobo …Johanna kann dies nur bestätigen!

Absolut letzter Tag Schweißen bei Mr. Johnson

Heute ist der absolut, absolut letzte Tag Schweißen in der Werkstadt. Morgen wird der Generator auf die Baustelle gebracht, Stufen an das Kaminrohr geschweißt und das Ofenrohr aufgestellt. Gestern mussten wir nochmal Strom kaufen. Ja, richtig. Hier gibt es Prepaid-Strom. Das Schweißen und Flexen hat soviel davon verbraucht, dass man, ähnlich wie fürs Handy, bei einer Verkaufsstelle eine neue Menge „Light“ freischalten lassen muss.

Drobo Ata schweißt die letzten Teile zusammen

Drobo Dienstags ist immer Markttag – da müssen wir vorbei, wenn wir zu Mr. Johnson wollen – hier wird laut Musik gespielt und es ist unglaublich viel los

Drobo Mittagessen – Fufu und Emiedzor (das Getränk in der kleinen Tüte rechts unten) – um zu trinken wird die Ecke abgebissen und ausgesaugt. In Tüten, die man aussaugt, bekommt man nicht nur Getränke sondern ganze Mahlzeiten (z.B. Soße mit Reis)

Drobo In solchen Melonen (Calabazas) werden die Getränke aufbewahrt bis sie abgefüllt werden. In den Behältnissen schwimmen riesige Eisbrocken, um alles kühl zu halten

Drobo Danny und Flo vor dem Ofen – sieht schon fast fertig aus

Drobo So sieht eine fertig aufgegessene Mango aus

Nachdem heute nicht wirklich viel Spannendes im Speziellen passiert, werden wir etwas von unserem Alltag erzählen. Das Krankenhaus ist ziemlich zentral gelegen. Zum Markt sind es nur einige Meter. Direkt neben dem Krankenhaustor lagern am Weg viele Händler, die Taschen, Schuhe, Handtücher und Brot verkaufen. Mittlerweile kennen wir wirklich viele Leute hier in der Stadt (oder umgekehrt). Wir werden immer angesprochen und führen mit unserem begrenzten Twi Gespräche. Aber die Leute sind jedes mal aufs Neue begeistert und sind noch fröhlicher, wenn man etwas Zusätzliches kann.

Mittlerweile wissen viele unsere Namen (Johanna und besonders Florian sind unglaublich schwer zu merken) Akosua Piesie (= sonntags geboren und erstes Kind) und Kwaku Ata (=Mittwoch geboren und Zwilling). Jeder ist begeistert von Kwaku Ata und fragt nach Florians Zwilling, wo der geblieben ist. Somit ist ein weiterer Name von Florian Ata Drobo (sein Zwilling Ata Germany ist ja noch in Deutschland).

Allgemein haben Namen hier eine große Bedeutung. Man hat den Namen der Seele, also der Wochentag, an dem die Seele beschlossen hat, auf die Erde zu kommen. Dann den Zusatz, der etwas über die Umstände der Geburt aussagt. Man kann der Welt klar machen, dass das Kind einem unglaublich viel Glück gebracht hat oder das wievielte Kind es ist. Kosono trägt einen Namen, der offenlegt, dass er das letzte Kind seiner Mutter ist. Auch ein Name nach Festen ist möglich. Kofi Anan beispielsweise bedeutet freitags geboren, das Vierte Kind und anhand des Namens kann man Rückschlüsse auf die Region schließen. Anan ist Fanti, ein Volksstamm, der an der Küste lebt.

…Schweißen…

Morgens sind Johanna und Dennis mit Alhassan, Kofi und Kosono die Dachkonstruktion durchgegangen. Nach vielen Missverständnissen und langen Diskussionen kam es doch noch zu einer Einigung 😉

Drobo Kosono (auf dem Ofen) diskutiert mit Alhassan und Dennis

Bei Mr. Johnson geht es auch langsam voran: Der Rahmen ist fertig. Morgen muss nur noch die Unterkonstruktion für den Kamin gefertigt werden und der Kamin mit Stufen versehen werden. Dann wird das ganze Ding auf dem Ofen montiert, die Dachkonstruktion wird angepasst und der Kamin wird fixiert.

Drobo Kumar bereitet das Festschweißen der Scharniere für die Ladeluke des Ofens vor

Drobo „Ofenhochzeit“ – der metallene Rahmen wird mit dem Gemäuer verbunden

Am nachmittag, nachdem Dennis leider nach Kumasi aufbrechen musste, setzten wir uns mit dem Management zusammen, um die Schulung der verschiedenen Abteilungen bezüglich der Mülltrennung in die Wege zu leiten. Es herrscht schon ein sehr gutes Bewusstsein vor – wahrscheinlich gepusht durch die Ärzte aus Holland vom Ziekenhuis St Jansdal. Somit sind wir sehr guter Dinge, dass die Mülltrennung auch langfristig gut funktioniert.

Drobo Management-Workshop (v.l. Danny Florian, Mr. Effeh, Sister Serene, Mr. Brown and Father Phillip

Dennoch bleibt immer noch Zeit für Spaß. Immer wieder schauen Prince und andere Kinder vorbei. Wir flaxen mit ihnen herum, heute haben wir allerdings nicht so viel Zeit.

Drobo Danny probiert Radfahren auf einem Kinderfahrrad – scheint sehr anstrengend zu sein…

Drobo Für die Kinder, die auf dem Bild sind, haben wir einen Abzug des Fotos von vor 2 Wochen gemacht – sehr aufregend!

Nach der Arbeit machen wir einen Abstecher zum Schneider. Beim Stoffe-Kaufen wird um das Rückgeld gefeilscht. Die Geschäftsfrau konnte nicht Kopfrechnen (unglücklicherweise zu unseren Ungunsten) und musste von 3 Männern überzeugt werden, dass sie falsch liegt. Ein Taschenrechner konnte sie schließlich überzeugen.
Der Schneider scheint ein sehr kreativer Mann zu sein. Leider kann er kein Englisch, aber mit Danny als Mittelsmann kommt man sehr gut weiter. Beim Vermessen der langen Deutschen war nur leider das Maßband zu kurz.

Drobo Mit dem Schneider werden die nötigen Details besprochen – ein sehr kreativer Mann

Zum Abendessen gab es unter anderem Mango (obwohl die noch keine Saison haben – erst in 2 Wochen). Die, die wir hier hatten sind ganz klein und nicht mit den in Deutschland erhältlichen zu vergleichen. Danny zeigte uns, wie man sie mit den Zähnen schält und dann ist. Alternativ kann man sie auch auslutschen. Man macht mit den Zähnen ein kleines Loch am Ende der Frucht. Dann presst man den Saft durch das Loch in den Mund. Herauskommt eine zähflüssige, süße Pampe. Wir haben es probiert – es funktioniert mit dieser Sorte wirklicht gut. Unglaublich süß und lecker!!

Drobo Mangoessen – wir haben mal gesehen wie es richtig geht (zumindest mit reifen, kleinen Mangos aus Ghana)