Krankenhaus San Carlos, Nicaragua

TeoG-Projekt zu Maintenance und Krankenhausmüll

Inhalt

Besichtigung von Krankenhaus und Gesundheitszentrum

Heute ging die Arbeit richtig los.

Wie gestern mit Dr. Ruíz, dem Direktor des Krankenhauses, abgesprochen, standen wir um acht Uhr morgens am Krankenhaus, um mit ihm das Centro de Salud (Gesundheitszentrum) zu besuchen. Da Dr. Ruíz so früh morgens sehr gefragt war, ging es gegen neun Uhr endlich vor die Tore von San Carlos. Das neue Centro de Salud wurde nämlich 7 km vor der Stadt errichtet, damit die Menschen, die von außerhalb kommen, nicht bis ins Zentrum von San Carlos reisen müssen.

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Das neue Centro de Salud von außen

Dass das Gesundheitszentrum vor San Carlos liegt hat einige Vorteile für das Projekt: Neben der für uns netten Transportfahrt mit dem Krankenwagen erfüllt das Centro de Salud nämlich eine wichtige Eigenschaft für den Verbrennungsofen: Große freie Fläche, kaum Nachbarn, befestigter Weg zur Baustelle.

Bei der Besichtigung des Bauplatzes für den Verbrennungsofen schlossen sich uns einige neue Gesichter an. Ein Allgemeinmediziner äußerte sich konstruktiv kritisch und konnte die Situation sehr gut einschätzen. Außerdem zeigte er sich sehr interessiert für eine weitere Zusammenarbeit mit der Erlanger Städtepartnerschaft im Kontext der offiziellen Müllabfuhr und Müllentsorgung. Da werden sich sicherlich noch einige interessante Gespräche ergeben.

Bei der Besichtigung selbst stießen wir auf zwei Verbrennungsöfen, die dem Centro de Salud zur Verfügung stehen. Das Personal beschrieb selbst die Problematik, die sie damit erleben: schlechter Verbrennungsvorgang mit zu niedriger Temperatur, von oben eindringender Regen löscht das Feuer, Entstehung von schwarzem und giftigem Qualm, etc. Johanna fiel sofort ein Grund auf: Zu große Brennkammer, zu dicke Mauern und ein zu kurzer Schornstein.

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Ofen Nr. 1 von innen – Die Fugen sind nach einem Jahr Betriebszeit noch erstaunlich gut erhalten. Wir holen uns auf jeden Fall Materialinfos von dem für den Bau verantwortlichen Ingenieur.

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Ofen Nr. 2 – Interessante Zweikammernbauweise ohne Luftzufuhr. Das Personal war sich selbst nicht ganz einig, wie man ihn richtig bedienen würde – mit Benzin oder Feuerholz?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mitschreiben aller wichtigen Details ist ein Muss!

Gebaut wurden diese Öfen von einem Ingenieur des Rathauses. Für morgen haben wir schon einen Termin mit ihm, um ihm unser Projekt vorzustellen und ihm anzubieten, aktiv daran teilzunehmen. Wenn er bei dem Bau dabei sein könnte und so ein weiteres Modell kennen lernt, könnte er damit bei seinen weiteren Bauten vielleicht einiges umsetzen. Wir werden sehen, wie interessiert er sich morgen zeigt.

Bei unserer Rückkehr ins Krankenhaus, zeigte uns María Elena, die Oberschwester, das Krankenhaus mit Fokus auf die Mülltrennung. Sie haben drei verschiedene Farben von Mülleimern: Blau für recycelbare Abfälle, schwarz für Biomüll/Restmüll, rot für gefährliche Abfälle. Es war sehr interessant, die bisherige Trennung zu sehen und zu verstehen; das Bewusstsein ist bereits vorhanden – für den Ofen müssen nur Kleinigkeiten erklärt und umgesetzt werden. 🙂

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Ein streunender Hund in der Nähe des vergrabenen Abfalls verdeutlicht die Wichtigkeit einer angemessenen Abfallentsorgung

Bei der Führung sahen wir auch die verschiedenen Stationen. Ein junger Arzt im praktischen Jahr überraschte uns, als er uns auf Deutsch ansprach. Er erzählte uns davon, dass er in León, einer Stadt im Norden Nicaraguas, Medizin studiert und nebenbei auch Deutschkurse besucht. Dafür, dass er noch nie in Deutschland gewesen ist, sprach er erstaunlich gut und redete einfach darauf los! Es ist wirklich etwas besonderes, hier jemanden zu treffen, der freiwillig so viel und ausdauernd Deutsch studiert hat!

Zum Abschluss konnten wir noch einen kleinen Einblick in die Werkstatt des Krankenhauses bekommen, die sich hauptsächlich um hausmeisterliche Aspekte kümmert. Die Werkstatt ist verhältnismäßig gut ausgestattet und die drei Mitarbeiter machen einen durchaus kompetenten Eindruck. Jedoch werden hier so gut wie keine Medizingeräte repariert. Vielleicht können wir durch unsere Schulung hier etwas bewegen.

Besuch in der Werkstatt

Besuch in der Werkstatt

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Der Dieselgenerator des Krankenhauses – zwei Techniker waren gerade dabei ihn zu säubern und machten dabei einen kompetenten Eindruck.