Krankenhaus San Carlos, Nicaragua

TeoG-Projekt zu Maintenance und Krankenhausmüll

Inhalt

Besorgungen

In Nicaragua werden Uhrzeiten nicht so exakt genommen, wie wir überpünktlichen Deutschen – so ist die Mentalität. Es gibt eben Dinge, die einfach wichtiger sind. Für uns ist das ungewohnt und mit dieser Herausforderung mussten wir auch heute kämpfen.

Wir spalteten uns in 2 Teams auf. Ruth blieb am Krankenhaus, um dort mit und von den Technikern zu lernen und ihnen über die Schulter zu gucken. Johannes und Johanna fuhren morgens zum Centro de Salud, um dort 3 Stunden lang auf das Material zu warten, das um 7:30 Uhr hätte geliefert werden sollen.

Tag von Johannes und Johanna

Irgendwann zogen wir unverrichteter Dinge wieder ab, weil wir heute noch andere Sachen außer Warten erledigen wollten. Im Krankenhaus wurden die Mülleimer vermessen, um anschließend in San Carlos Beschriftungsschilder drucken zu können. Wir durchforsteten die Innenstadt nach diversen Shop bis wir einen bezahlbaren fanden, der uns die Schilder ausdruckte, zuschnitt und laminierte. Für 2 Uhr war ein Meeting mit dem Krankenhauspersonal angesetzt. Leider konnte nur ein Bruchteil des Personals dran teilnehmen, weil um diese Uhrzeit viele beschäftigt oder zu Hause sind. Deshalb wurde das Treffen kurzerhand vom Chefarzt auf den Folgetag um 7 Uhr verlegt – da ist Schichtwechsel und das meiste Personal ist anwesend. Die gewonnene Zeit nutzten wir, um den morgigen Tag zu planen. Im Rathaus verabredeten wir uns mit Everaldo (Ansprechpartner des Rathauses von der Städtepartnerschaft), um mit ihm die komunale Müllentsorgung zu besichtigen.

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Asche mit vielen Rückständen des alten Ofens am Centro de Salud

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Fundament am Centro de Salud für den neuen Ofen – noch in Arbeit

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Drucken und Laminieren der Schilder für die Mülltonnen in einem der vielen, kleinen Geschäfte

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In San Carlos verdunkelt sich zu dieser Jahreszeit immer wieder der Himmel und es fegen Gewitter mit heftigen Regenfällen über die Stadt

Spätnachmittags schauten wir im Krankenhaus bei Ruth vorbei, die mit den Technikern am Tanken war (also die Autos betanken…). Ihr Tag sah so aus:

Tag von Ruth

Wie oben bereits erwähnt, durfte auch ich heute viel warten. Als ich morgens um neun Uhr ankam, um den Technikern unser Organisationssystem näher zu bringen, hatten sie noch immer viel zu tun. So hörte ich z.B., dass in der Orthopädie ein hydraulisches Bett kaputt gegangen sei. Letztendlich war ich dann aber dabei, wie wir Glühbirnen in den Toiletten der OP-Umkleiden austauschten. Als weiterer Auftrag für die beiden Techniker kam außerdem das Abschleifen und Streichen von angerosteten Regalen hinzu, das werden wir wohl morgen erledigen. Dafür mussten wir auch erst einmal einkaufen gehen; wir sind in eine „ferretería“ (= eine Art „Baumarkt“) gefahren, um die Sachen auf Kreditbasis zu kaufen. Wenn ich es richtig verstanden habe, werden alle Rechnungen des Krankenhauses nur alle drei Monate vom Staat beglichen – und alleine heute haben wir Material im Wert von 500 € gekauft. Die beiden Techniker konnten sich endlich ihren Traum vom „eigenen“ Schweißgerät erfüllen.
Der Tag war also wieder gut mit den verschiedenen Aufgaben gefüllt und für meine „capacitación“, wie sie sie auf Spanisch nennen, war nicht viel Zeit geblieben.

Hoffentlich wird das morgen besser…

Ein Paar Bilder zum „Baumarkt“: (Wir waren fürs Materialbesorgen vom Ofen auch schon in einer anderen Ferreteria, da sah es noch einmal ganz anders aus…)

 

PS: Ich haber herausgefunden, wie die Krankenwägen aus den Tonnen getankt werden: Von der Tonne in den Eimer, vom Eimer in den Trichter und in den Tank… 😀

Da wird getankt!

Da wird getankt!