Krankenhaus San Carlos, Nicaragua

TeoG-Projekt zu Maintenance und Krankenhausmüll

Inhalt

Läuft. bei. uns.

Um 7 Uhr morgens hatten wir unseren ersten Termin im Krankenhaus. Schichtwechsel bei den Ärzten, das bedeutet es sind die wichtigsten Personen in der Frühbesprechung anwesend. Zunächst wurden die wichtigsten Zahlen verlesen (wieviele Betten sind belegt,…) und ungewöhnliche Zwischenfälle berichtet. Dann stellte uns Dr. Ruíz vor und erteilte uns das Wort. Wir stellten unser Projekt vor und fassten kurz zusammen, was für die Mülltrennung in den verschiedenen Stationen von großer Wichtigkeit ist. Auch wenn das ganze etwas gehetzt war, da die Ärzte schnell weiter mussten, denke ich, dass wir auf allgemeine Zustimmung stießen.

Langsam haben wir das Gefühl in Fahrt zu kommen. Wir redeten mit der Oberschwester María-Elena über die Mülltrennung und präsentierten die Schilder, die wir gemacht haben, und sie hatte noch mehr Ideen. Außerdem wird sie veranlassen, dass alle Mülleimer gereinigt werden, damit die Schilder angebracht werden können. Ein weiterer Höhepunkt war die Übergabe des Werkzeugkoffers an die Techniker. Zwar besitzen sie schon einiges an Werkzeug, aber nicht so gut sortiert im Koffer.

César und Juan José mit ihrem neuen Werkzeugkoffer

César und Juan José mit ihrem neuen Werkzeugkoffer

Johannes´  und Johannas Tag

Weiter ging es zum Centro de Salud. Dort war ein Treffen mit den Handwerkern vereinbart. Als wir kurz vor dem vereinbarten Termin unseren Zielort erreichten, begrüßte uns Casimiro (der Maurer)  bereits freudig winkend. Wir erklärten ihm den Ofen nochmals anhand der Steine. Gerardo (der Schweißer) stieß dazu und wir klärten alles noch einmal zusammen. Gerardo möchte ungern vor dem Maurer anfangen zu arbeiten, also haben wir jetzt einen Terminplan mit den Handwerkern erstellt: Montags um 7 Uhr steht Casimiro auf der Baustelle und beginnt mit dem Ofenbau. Gerardo kommt mit schwerem Schweißgerät am Montag um 10 Uhr. Dann werden die endgültigen Maße anhand des Mauerwerks bestimmt und los geht die Schweißarbeit.

Unser Schweißer Gerardo

Unser Schweißer Gerardo

Auch unser Baumaterial ist inzwischen angekommen

Auch unser Baumaterial ist inzwischen angekommen

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Mittagszeit verbrachten wir im Copy-Shop mit Drucken und Laminieren der zusätzlichen Schilder für die Mülleimer. Jetzt sollte alles beisammen sein.

Um 2 waren wir mit Everaldo (Städtepartnerschaftsverantwortlicher der Alcaldía) verabredet. Wir wollten mit ihm die städtische Müllentsorgung genauer betrachten. Er fuhr uns einzeln mit seinem Moped in das 5 km außerhalb gelegene Gelände. Wir sprachen mit den Menschen dort. In Nicaragua wird recycelt. 4 Personen suchen per Hand auf der Halde die Plastikflaschen aus dem Müll. Diese werden nach Managua geschickt und dort wiederverwertet. Allerdings erwartete uns dort auch eine böse Überraschung. Die Geier pickten bereits in infektiösem Müll, der an diesem Tag aus dem Krankenhaus angeliefert wurde. Everaldo erzählte uns jedoch auch von einer positiven Entwicklung: der Müll hier wird nicht wie in vielen anderen Ländern verbrannt (wegen Luftverpestung), sondern wird momentan ausschließlich offen gelagert. Für etwa 100 000 € soll nun eine 100 x 40 m große Deponie errichtet werden, die gegen den Boden abgedichtet ist. Durch Drainagen und  Filter wird das Regenwasser, das auf den Abfall fällt, in den Boden abgeleitet und gereinigt werden.

Ruths Tag

Bei mir ging es mit der Schulung weiter. Für die Techniker wäre es ein Riesenvorteil, wenn sie Internet hätten, um Reparaturen für kompliziertere Geräte zu bewerkstelligen. Dies ist der Startschuss für das Eintauchen in die Weiten der nicaraguanischen Bürokratie. Das Krankenhaus besitzt seit einiger Zeit Zugang zum Internet. Allerdings hat nur der Chef, Dr. Ruíz, Zugang zum „freien“ Internet, und das nur auf bestimmte freigeschaltete Seiten. Alle anderen Mitarbeiter haben nur Zugang zu ihren Dienstmails. Und das war´s auch schon. Der Internetzugang wird nicaraguaweit von Finnland finanziert. Die Zugänge und Rechte werden allerdings durch das Gesundheitsministerium (MINSA) freigegeben. Ich habe schon mit unteren Instanzen gesprochen, d.h. mit dem Ingenieur vom SILAIS (MINSA auf „Landesebende“), der für die Anträge zuständig ist. Bisher leuchtet es jedem ein, dass so eine Lösung sinnvoll und womöglich sogar wirtschaftlich ist: Anschaffung  eines Modems und eines Computers vs. ständiges Rufen eines Fachmannes mit hohem Tagessatz zur Reparatur von defekten Geräten. Wir müssen uns jetzt eine gute Argumentation überlegen, damit unser Vorhaben umgesetzt werden kann und der Antrag für „freies“ Internet in Managua bewilligt wird.

Nachmittags präsentierte ich der zuständigen Angestellten der Rechnungsabteilung die vorher erwähnte Exceltabelle zur Verwaltung aller Geräte im Krankenhaus. Zwar gibt es bereits eine Tabelle, in der alle Geräte aufgeführt sind, aber unser Excel-Tool ist nochmal einfacher zu bedienen. Sie war richtig begeistert 🙂

Vormittags war ich außerdem mit César und Juan José im Kreissaal, weil die hydraulische Funktion zur Auf- und Abbewegung eines „Geburtsstuhles“ (fragt mich nicht nach dem korrekten deutschen Wort) nicht mehr funktionierte. Ordnungsgemäß bekamen wir Überkleider und nur für den Fall gabs auch Handschuhe dazu. Einfach zu schade, dass ich keine Kamera dabei hatte! Ich war fast ein bisschen enttäuscht, dass er leer war. Aber sonst hätten wir (bzw. die beiden) vermutlich auch nicht vernünftig arbeiten können…

Der Arbeitstag im Krankenhaus endete mit einem konstruktiven Gespräch mit Dr. Ruíz und María-Elena.