Krankenhaus San Carlos, Nicaragua

TeoG-Projekt zu Maintenance und Krankenhausmüll

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Party

Matheos (1 Jahr) und Denzel (7 Jahre), die beiden Kinder in unserer Gastfamilie feierten heute ihren Geburtstag. Das wollten wir natürlich nicht verpassen. Dementsprechend brachen wir bereits um 5 Uhr morgens aus El Castillo auf. Das hatte auch den Vorteil, dass man durch den Regenwald im mystischen Licht des Morgennebels fahren konnte.

Entsprechend früh trafen wir dann in San Carlos ein. Als wir zu Hause ankamen, war im Haus bereits high life Konfetti – allerdings nur im Rahmen der Vorbereitungen. Luisa Amanda hatte schon ein Bier in der Hand.  Die gesamte Familie war aus Managua (die Hauptstadt Nicaraguas) und Nagarote (der Heimatstadt Luisas, 42 km von Managua entfernt) angerückt, um bei den Vorbereitungen zu unterstützen. Der Vorabend zuvor war deshalb etwas feuchtfröhlich verlaufen und unsere Gastmutter brauchte erstmal ein Konterbier für ihren Kater – sehr sympathisch!

Für die Geburtstagsfeier der Kinder gab es einiges zu tun: Es wurden gefühlt eine halbe Million(en) Luftballons aufgeblasen, 60 Stühle geputzt, gekocht was das Zeug hielt und alles im Minion-Style hingerichtet. Das komplette Wohnzimmer wurde zu diesem Zwecke leer geräumt (normalerweise beinhaltet das Wohnzimmer die Anwaltskanzlei von Amanda und den Friseursalon von Marvely, Luisas Tochter) und in die Schlafzimmer gebracht. Schon Wochen vorher hatte Marvely, Matheos Mutter, für Denzel und Matheos Bilderrahmen und Geschenkboxen gebastelt. Alles in gelb-blau und selbstverständlich durfte das Glitzer auch nicht fehlen! Zudem gab es für alle eingeladenen Kinder Geschenk-Eimer, im Minion-Style, Minion-Piñatas, Servietten, selbstverständlich mit Minions bedruckt, und Tüten zum Einsammeln der Piñata Süßigkeiten – wer hätte es gedacht, im Minion-Style. Konsequenterweise sollten auch alle Gäste mit gelb-blauen Klamotten kommen und für Matheos und Denzel gab es Minion-Verkleidungen.

Nach ein paar Stunden war das Wohnzimmer bestuhlt und geschmückt und die ersten Gäste (Kinder mit ihren Eltern, aber auch gute Freunde von Marvely) trafen pünktlich um 4.30 Uhr ein. Die Kinder brachten Geschenke mit, die sie in die Minion-Geschenkbox für Denzel und Matheos legten. Dann setzte man sich auf einen der Stühle, die an der Wand standen. Die Erwachsenen schnackten miteinander, während die Kinder sich auf dem Schoß der Mütter vergnügten. Marvely und ihre Familie verteilten Essen unter den Gästen.

Endlich wurde die Piñata (mit Süßigkeiten gefüllte Pappmaché-Figur, hier: ein Minion, die mit einem Stock geschlagen und zerstört wird, bis sich die Süßigkeiten über die Kindermeute ergießen) geschlachtet. Peluti (einer der ASA-Freiwilligen, der das Ofenprojekt mit Mario und Elena durchgeführt hat), trug lässig mit einem Getränk in der Hand Sorge dafür, dass die Piñata hoch und heruntergezogen wurde. Die Kinder werden, während sie auf die Piñata einschlagen, zum Tanzen animiert. Als erstes sollte ein kleines Mädchen auf die Piñata einprügeln. Dieses hatte jedoch deutlich mehr Interesse am Tanzen als am Schlagen. Deshalb überstand die Piñata diese Runde unversehrt. Als zweites war Denzel dran. Da sah die Sache schon deutlich anders aus. Denzel interessierte das Tanzen nicht. Ohne Rücksicht auf Verluste (das ist wörtlich zu nehmen, das Publikum saß in Reichweite) versuchte er die Piñata zu erschlagen. Hier litt das Pappmaché-Gebilde schon deutlich mehr. Ein paar Kinder später war die Piñata geknackt. Marvely verteilte besagte Tüten an alle Kinder, und die Süßigkeiten wurden geplündert.

Dann wurden die beiden Geburtstagskuchen angeschnitten. Matheos hatte ein Minion-Foto drauf und Denzel hatte einen Minion-Geburtstagskuchen. Die dicke Zuckerglasur der Kuchen schmeckte fluffig und nach Marshmallow – oder noch süßer… Während der Kuchen an die Gäste verteilt wurde, viel plötzlich der Strom aus. In Windeseile wurde der Kuchen verdrückt und die Menschen verließen das Haus. Zack, bums, aus. Es war erst 6 oder halb 7. Uns wurde gesagt, dass der Geburtstag allerdings verhältnismaßig schon sehr lang gedauert hat. Das Programm in einer Stunde abzureißen ist auch nicht unüblich.

Also fingen die ersten Aufräumarbeiten an. Der Boden klebte. Aber nachdem der Strom nicht wiederkam, klang der Abend vor dem Haus bei Kerzenschein aus – auch gemütlich!