Krankenhaus San Carlos, Nicaragua

TeoG-Projekt zu Maintenance und Krankenhausmüll

Inhalt

Maintenance

Am Freitag versuchten wir zu verbrennen, leider gab es aber wieder nicht genug trockenen Müll, um den Ofen auf die richtige Temperatur zu bekommen. Vormittags übten wir mit Juan José und Cesár, die übergangsweise als Verbrenner ausgesucht worden waren, das Anfeuern – darüber hinaus reichte die Hitze leider nicht. Eigentlich möchte das Krankenhaus extra jemanden als Verbrenner anstellen, weil wir klar und deutlich gesagt haben, dass die Arbeit mit dem Verbrennungsofen einiges an Zeit in Anspruch nimmt. Zeit, die Juan José und Cesár eigentlich nicht haben, weil sie im Krankenhaus mehr als genug mit Maintenance etc. zu tun haben.

Nachdem das Verbrennungstraining vormittags also gelaufen war und man auch nicht mit Dr. Ruíz sprechen konnte, weil er in Managua unterwegs war, beschlossen wir, uns das Wochenende frei zu nehmen. Johanna und Johannes hatten noch fast gar nichts von Nicaragua gesehen und eigentlich wollten sie endlich mal einen Vulkan sehen – Premiere. Deshalb fuhren sie um 4 Uhr mit dem Bus nach Granada. Auch lange Routen werden hier sehr häufig nicht mit Reisebussen, wie man sie aus Deutschland kennt, zurückgelegt, sondern mit diesen, meist gelben, alten Bussen. Die Sitzbänke sind niedrig und haben keine Kopfstütze. Außerdem hält der Bus alle paar Meter. Man kann sozusagen genau angeben, wo man herausgelassen werden will, notfalls hält der Bus also 10 m später nochmal. Außerdem wird der Bus als Gütertransport verwendet. Auf dem Dach fuhr jemand mit, der für das schnelle Verstauen der ihm angereichten Wahre zuständig war. Nach 6,5 h Fahrt durch den Regenwald mit diversen Zwischenstops (die sich mit fortschreitender Zeit jedoch deutlich reduzierten) erreichten wir Granada, das praktisch einmal um den Lago de Nicaragua liegt.

Ruth dagegen nutze die Zeit mit den beiden Technikern, um endlich eine weitere Maintenance Schulung durchzuführen. Vergangene Woche konnte sie schon mit den Beiden die Schulung zum Thema Elektrosicherheit durchführen, das hatte super geklappt. Aber wie wir ja bereits zu Beginn herausgefunden hatten, kennen sich die beiden, v.a. Juan José, der für eine Elektrikerschulung für ein Monat in Kuba war, mit der Elektrik sehr gut aus – viel Neues war für beide also nicht mehr dabei. Cesár bemerkte, dass er lediglich die Bezeichnungen bzw. Symbole der einzelnen Sicherheitsklassen nicht kannte – alles andere, wie z.B. die Regeln zu eigenen Sicherheit war den Beiden schon bekannt und wir hatten bei der Arbeit mit den Beiden auch den Eindruck, dass sie die Regeln auch aktiv anwendeten. Das Training war trotzdem sehr schön.
Am heutigen Freitag dagegen haben wir das Training mit dem Elektrokoffer durchgeführt. Im Koffer gibt es verschiedene Versuche, um die Wirkweise von Kondensator, Leichtsicherung, FI-Schalter, Zwischensicherung, Überlastung und Erdung zu veranschaulichen. Und es war wirklich spaßig! 🙂 Nur ein einziger Versuch hat nicht geklappt, das lag wohl an einer schlechten Lötstelle. Ansonsten hatten wir den Koffer also richtig auf die 110V Standardnetz umgestellt (wir mussten vorher extra einen Transformator umlöten…) und die Versuche funktionierten einwandfrei.

Cesár war ziemlich begeistert von unserem Bob, dem Playmobilmännchen, das die Person symbolisiert, die ein defektes Gerät anfasst. „Bob“ ist ja fast wie „Popo“ 😉 Also so wie er heißt. Er würde es gerne in „Popo“ umnennen. Was sagen so die anderen TeoG’ler? 😀

Ich glaube, dass die Versuche für beide sehr anschaulich und auch hilfreich waren. Vor allem der Unterschied zwischen einem FI-Schalter und einer „normalen“ Zwischensicherung ist richtig gut rausgekommen und ich denke, dass der Unterschied den beiden vorher noch nicht besonders klar war. Ansonsten ist es ja auch einfach schön, anschauliche Versuche durchzuführen, da sieht man einfach mehr! Und es macht Spaß, Glühbirne oder Leichtsicherung einfach mal so durchbrennen zu lassen 😀