Krankenhaus San Carlos, Nicaragua

TeoG-Projekt zu Maintenance und Krankenhausmüll

Inhalt

Reise nach San José

Nach einem letzten gscheiten Frühstück mit Gallo Pinto mit Fresco de Pitaya (Drachenfrucht) machten wir uns auf in Richtung Migración am Malecón. Wir wollten mit dem Boot den Río Frío nach Costa Rica hinauf fahren. Bis kurz vor der Abfahrt stand nicht fest, ob das Boot fährt oder nicht. Es gibt eine Landroute, die schneller und konstengünstiger ist (aber bei weitem nicht so schön). Deshalb wird das Boot hauptsächlich von Touris (wie uns) genutzt. Wir hatten Glück und konnten, nachdem wir uns von Ruth verabschiedet hatten – sie kommt erst in einem Jahr wieder nach Deutschland, mit dem Boot aus Nicaragua ausreisen, welches uns ein letztes mal durch den Regenwald fahren sollte.

Wir genossen die Fahrt in vollen Zügen (oder Booten?). Zwischendurch mussten wir noch einmal eine Militärkontrolle passieren, bei der ein restlos unfreundlicher Soldat die Pässe kontrollierte und Fotos von Touristen-Kameras löschte, die verbotenerweise Fotos vom Militärstützpunkt gemacht hatten. Schließlich erreichten wir Costa Rica. Dort mussten wir erneut durch eine Gepäck-Kontrolle. Eigentlich erwarteten wir, wieder alle unsere Koffer aufmachen zu müssen. Allerdings hatten die Grenzbeamten Erbarmen mit uns, und wir waren die einzigen, die die Koffer nicht öffnen mussten…

Nach ein paar Stunden Reisezeit durch die verregneten Berge Cosa Ricas erreichten wir San José. Nach einer (mal warmen) Dusche, trafen wir uns mit unserem Freund Andrey. Mit ihm genossen wir noch ein paar Bierchen…

Letzter Arbeitstag

Unser letzter Tag im Krankenhaus in San Carlos wurde mit einer Abschlussbesprechung mit Frank und Dr. Ruíz, sowie einem letzten Verbrennungstraining gefüllt. Die Verbrennung lief besser als am Vortag, auch wenn der Abfall weiterhin ziemlich feucht war. Als wir am Ofen während der Verbrennung standen, gab es eine Explosion. Offenbar hat jemand ein geschlossenes Glasbehältnis in den Müll geschmissen, der verbrannt wurde. Wie ein Geschoss flog eine kleine Ampulle aus dem Schlitz für die Primärluft. Es gab eine zweite Explosion und erneut flog etwas aus dem Schlitz. Spätestens jetzt wurde ersichtlich, wie wichtig eine gute Mülltrennung ist – und vor allem, wie wichtig es ist, eine Schutzbrille zu tragen.

Nach getaner Arbeit, packten wir bei Luisa Amanda unsere Koffer. Wir hatten uns um 5 Uhr mit César und Juan José auf Gaseosas (Erfrischungsgetränke) verabredet. Als wir sie am Krankenhaus abholen wollten, saßen sie schon gestiefelt und gespornt an der Mauer im Krankenhaus. Sie bestanden darauf zum Malecón mit dem Lastwagen zu fahren, damit man nicht laufen müsste (die Distanz beträgt maximal 1 km). Als wir beim Malecón ankamen, meinten sie, sie würden noch eben den Lastwagen zurückbringen und mit Césars Motorad vorbeikommen (warum einfach, wenn es auch kompliziert geht). Wir warteten also auf die beiden bei Ruth und nutzten die Zeit, uns bei Frank und seiner Frau Jaqueline zu bedanken und uns zu verabschieden. Nach einer 3/4 Stunde waren César und Juan José immer noch nicht aufgetaucht und wir riefen bei ihnen an, wo sie denn blieben – Sie hätten noch Einkäufe für das Krankenhaus erledigen müssen. Das passiert nicht selten, dass sie spontan noch etwas erledigen müssen.

Schließlich kamen die beiden auf dem Moped angedüst und wir bestellten eine Runde Getränke. Wir setzten uns am Malecón auf die Balustrade und redeten über alles mögliche (von unserer Arbeit bis Familienplanung). Kurz darauf stieß José (der Schweißer dazu). Als Luisa Amanda mit Marvin und Denzel auftauchten, gingen Juan José und César schon nach Hause. Wir bestellten in einem Restaurant etwas zu essen, unterhielten uns und hörten den Rancheros zu, die auf einem absolut ungestimmten Schifferklavier mit Gitarren ihre Kneipenhits im Restaurant neben an zum Besten gaben.

Nachdem sich die Runde auflöste, brachte uns José nach Hause. Wir hatten einen emotionalen Abschied. Sollten wir nochmal einen Ofen bauen, ist er auf jeden Fall wieder angeheuert!