Verbrennungsofen fürs St. Mary's Hospital

Bau eines Verbrennungsofens zur Entsorgung von Krankenhausmüll für ein Krankenhaus in Ghana

Inhalt

Ausflug nach Ermelo, Holland

Am 29. Januar waren wir, Florian und Johanna, in Ermelo in den Niederlanden. Dr. Marij Bontemps vom Ziekenhuis St Jansdal hat uns eingeladen, den Feierlichkeiten um die 20 jährige Zusammenarbeit zwischen dem St. Mary’s Hospital und ihrem Krankenhaus beizuwohnen.
Wir hatten dabei die einmalige Möglichkeit schon vorher mit führendem Krankenhauspersonal aus Drobo in Kontakt zu kommen. Bereits beim Frühstück lernten wir Bischof Matthew Gyamfi von Sunyani kennen und hatten dort die Möglichkeit uns in kleinem Kreis mit ihm zu unterhalten.

Im Anschluss wurde der Fortschritt und die Entwicklung der Beziehung in Vorträgen dargestellt. Es war sehr interessant für uns zu sehen, wie sich die Zusammenarbeit entwickelt hat und was für Schwierigkeiten es gab und gibt. Besonders hierarchische Strukturen sind mit Vorsicht zu genießen.

P1050103Vortrag von Dr. Marij Bontemps, die ehemalige Vorsitzende des Krankenhausvorstandes und Ghana-Komitees

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Sister Agnes und Johanna

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Der Vortrag des Bischofs befasste sich vor allem mit dem Verhältnis der beiden Krankenhäuser untereinander. Zur Sprache kamen Schwierigkeiten, von denen das Ziekenhuis St Jansdal selbst noch nichts wusste, sowie Ethik und was man voneinander lernen kann.

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Zu guter letzt gab es noch eine Musik- und Tanzeinlage.

Pausen boten die Möglichkeit auch mit Sister Agnes und dem Arzt Dr. Vincent Benneh zu reden. Es war gut zu sehen, wie herzlich das Verhältnis zwischen niederländischen Ärzten und Ghanaern war. Eine Krankenschwester aus den Niederlanden berichtete uns, dass sie sich in Drobo zum Teil überflüssig gefühlt hat, da die Aufgaben, die sie in ihrem Krankenhaus erledigt, in Ghana von Verwandten und Freunden übernommen werden, wie beispielsweise die Versorgung mit Essbarem. Außerdem ist das Krankenhaus viel offener, Betten stehen in großen Räumen und sind zum Teil mit Kindern mehrfach belegt.

Vielen, vielen Dank an Marij für die einmalige Möglichkeit, die sie uns gegeben hat und vor allem für die liebevolle Betreuung!

Vorerkundung unseres Freundes Isaac im Krankenhaus

Die Vorbereitungen im St. Mary’s Hospital gehen gut voran. Isaac hat uns bereits mit Fotos versorgt:

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Gebäude im Krankenhaus. Einige davon wurden mit Unterstützung des Zuikenhuis Jansdal aus Holland errichtet.

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Zum Teil stehen die Mülltonnen ungenutzt und kaputt in der Gegend.

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Das ist bisher State of the Art den Müll zu entsorgen.

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An anderer Stelle sind die Mülltonnen gut öffentlich zugänglich. Die größte Herausforderung für uns wird sein, ein Müllkonzept zu erstellen, in dem die Patienten involviert und motiviert sind sich an dem Projekt dauerhaft zu beteiligen. Nachdem Mülltrennung in Ghana nicht üblich ist, aber der Erfolg des Projektes von der Bereitschaft der Patienten abhängig ist, mitzumachen, muss ein leicht verständliches und umsetzbares Konzept für den öffentlichen Raum erstellt werden. IMG_20150111_145354Ein guter Ansatz zur Mülltrennung ist erkennbar

Wer sind wir?

Wir, Florian und Johanna, studieren Physik und Chemie- und Bioingenieurswesen und sind im gemeinnützigen Verein Technik ohne Grenzen, der unter anderem hier an der FAU seine Mitglieder rekrutiert. Hier laufen jede Menge Projekte, bei denen sich Interessierte jeglicher Fachrichtung engagieren können. Im Mittelpunkt steht dabei die Wasserversorgung und das Müllproblem in Ghana sowie weiteren Entwicklungsländern (Mehr Infos auf der Spendenplattform Betterplace). Unsere Hauptaufgabe ist es, Wissen zu vermitteln. In Ghana werden wir dabei sogar von dem Verein zugehörigen Regionagruppen unterstützt.

Soweit zum Verein. Wir beide haben ein Projekt, in dem der Bau eines Verbrennungsofens im Mittelpunkt steht. Ziel ist es infektösen Müll des St. Mary’s Hospitals in Drobo so zu entsorgen, dass für Mensch, Tiere und Umwelt keine Gefahr besteht. In vielen Krankenhäusern der Welt bedeutet „Müllentsorgung“ leider, teilweise giftige oder umweltschädliche Abfälle in den nächsten Graben zu werfen oder auf einem Haufen zu verbrennen. Oft gibt es kein funktionierendes, organisiertes Entsorgungssystem. Diese Situation hat schlimme Konsequenzen für die Umwelt. Dazu zählt auch das Trinkwasser, das mit Dioxinen und anderen giftigen Substanzen verunreinigt und untrinkbar werden kann. Viele Menschen, die sich kein abgepacktes Trinkwasser leisten können, müssen unter Durchfallerkrankungen leiden. Noch schlimmer ist es, wenn Rückstände aus Operationen, wie alte Spritzen oder OP-Tücher, mit Regenwasser in Kontakt kommt, das Krankheiten ins Grundwasser spült.
Technik ohne Grenzen möchte diese Situation verbessern. Dazu haben wir ein Projektkonzept zum Abfallmanagement entwickelt, das wir mit Krankenhäusern und mit der Hilfe anderer Projektpartner an vielen Orten weltweit umsetzen.

Am 24. Februar machen wir uns auf nach Ghana. Mit den Mitarbeitern des Krankenhauses zusammen werden wir ein Konzept zur Mülltrennung zu erarbeiten. Wir hören viel zu und versuchen ein Gefühl dafür zu bekommen, wo es hakt und was dem Krankenhauspersonal wichtig ist. Ziel ist es Papier, Plastik, Glas und Bioabfälle sowie infektiösen Abfall sortenrein zu trennen. Glas und Bioabfälle können verkauft bzw. kompostiert werden.  Papier und Plastik wird dafür verwendet, den Ofen auf Temperatur zu bringen, um anschließend infektiösen Müll sicher verbrennen zu können.

Wie aus dem Vorgänger-Projekt in Berekum soll auch der Ofen in Drobo aussehen:

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