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Flash- und JavaScript Lösung von ÖGS Barrierefrei

Unter http://www.oegsbarrierefrei.at/ findet sich eine wirklich gelungene Kombination aus Flash-Player und JavaScript-Code, um geschriebenen Text mit Gebärdensprach-Videos zu verknüpfen: in Echtzeit wird das aktuell im Video gebärdete Satzstück optisch im Text hervorgehoben.

Das ist ne tolle Sache – wenn die Zielgruppe ausnahmslos „Gehörlose Menschen“ (und interessierte Andere wie mich) lautet.

Hier allerdings von einem barrierefreien Angebot zu sprechen ist schlichtweg falsch.
Oder vielmehr -analog zur berühmten halbvollen Tasse- nur die halbe Wahrheit.

Gründe?
Mal JavaScript im Browser abschalten und dann die Seite nochmals aufrufen. Video klappt, Text is‘ nich – da dieser ausschließlich in Form von JavaScript Variablen hinterlegt ist. Nicht nur technisch, auch semantisch so ne Sache, ne.
Urghs…Barriere!

Oder die Endlosschleife, die man dem Nutzer durch stakkato-artiges Geklicker auf das Logo oben links auf der Startseite ermöglicht. Urghs…Barriere!

Und, liebes Team des Servicezentrum ÖGS.barrierefrei, habt ihr -Hand aufs Herz!- wirklich auch mal paar Gehörlose vor eure Videos auf der Seite gesetzt…? Hm? Stichwort Beta-Tests und so…?
Denn beispielsweise die Beta-Tester des neuen GIB.-Auftritts konnten nichts mit ähnlich kleinen Videos mit ner Breite von 240px anfangen, wie ihr sie verwendet – auf dem auch noch mehr Logo als Gebärden sprechende Person zu sehen ist.
Seinerzeit bemängelten die Tester schon die 320px breiten Filmchen der GIB.-Seite. Ihr werdets nicht glauben: all die gehörlosen Tester haben sogar das Video-Fenster mit flinker Hand auf fullscreen Modus umgeschalten. Jawoll.
Da finde ich es schwierig, solch kleine Videos anzubieten, wie ihr das macht. Aber, naja: ihr habt ja -Hand aufs Herz!- entsprechende Beta-Tests mit einem repräsentativen Nutzerkreis gemacht.
Stimmts?
Und die haben gesagt, daß die Video-Größe paßt, oder…?
Hm…?
Vielleicht Urghs…Barrierchen!

Und ohne Worte zum Abschluß diese Quelltext Perle:

Für alle nicht-so-Quelltext-fließend-Sprechende:
Da ist der Wunsch wohl eher Vater des validen-Quelltext-Gedankens, denn:
der Code bindet eine kleine Grafik vom W3C ein, die man auf Webseiten verwenden darf, die den Test des W3C Validators erfolgreich bestehen.
Und genau die Einbindung dieser Grafik ist auf oegsbarrierefrei.at eben im Quelltext auskommentiert, siehe oben, und das mit Recht, siehe unten.

Denn die Seite validiert nicht – und nicht nur aus Gründen von mal im Fließtext eingeschmuggelten, unmaskierten Sonderzeichen. Sondern wegen nicht-validen Codes.
Da möchte jemand validen Quellcode schreiben, aber is eben nich‘, ne.
Tipp an die Macher: & statt &, CDATA für Inline JavaScript Bereiche, und ausschließlich kleinschreibung von Tags und deren Attributen in XHTML würde helfen. Gelle. Nicht das es heißt, wir kritisieren nur anstelle von Besser-Machen.

Also, bitte:
die Mär von Barrierefreiehit aus, von und in der Webseite streichen und ehrlich zugeben, daß sich das Angebot eben an Gehörlose Menschen sowie andere Interessierte richtet.
Das Produkt ist doch ne tolle Leistung, eine clever funktionierende Kombination aus Flash, ActionSript und JavaScript, auf die man stolz sein kann – da muß der Inflation des Wortes Barrierefreiheit nicht noch weiter Vorschub geleistet werden
Also nicht etwas behaupten, was nicht gehalten werden kann: Barriere-frei… […] sind Kommunikationseinrichtungen […] wenn sie für ALLE Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und ohne fremde Hilfe zugänglich und (be)nutzbar sind.