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Photovoltaik: Solltest du investieren?

Quelle: pixabay

Neben der Ernährung und dem Konsumverhalten spielt auch die Energieerzeugung eine wichtige Rolle für den Klima- und Umweltschutz. Denn Gase wie CO2 oder Methan tragen zum Klimawandel bei, aber auch radioaktive Substanzen wie Uran schädigen unseren Planeten.

Doch es zeichnet sich langsam eine Wende ab. Seit den 1990er Jahren wurden für grüne Energien wie Wind und Solarenergie vom deutschen Bund rund €146 Mrd ausgegeben, für Kohle und Atomenergie jedoch weiterhin insgesamt über €550 Mrd [1]. Zwar steigen die Investitionen des Staates im Bereich erneuerbare Energien, aber das reicht nicht, um einen schnellen Wandel herbeizuführen[2]. Der Energiesektor hat allein in Deutschland mit ca. 82% im Jahre 2020, den größten Anteil anthropogener, d.h. durch den Menschen verursachte, Treibhausemissionen [3]. Deshalb gibt es immer mehr Bürgerbewegungen und Zusammenschlüsse, die privat in Solar- und Windenergie investieren. In diesem Blogbeitrag möchte ich dir mögliche Vor- und Nachtteile von Photovoltaikanlagen aufzeigen und die Wichtigkeit für die Gesellschaft hervorheben.

Was genau ist eine Photovoltaikanlage und wie funktioniert sie?

Die Hauptbestandteile sind Silizium, Aluminium und Glas. Silizium ist einer der am häufigsten vorkommenden Rohstoffe auf unserer Erde [4]. Photovoltaikanlagen nutzen die Sonnenenergie, also die Sonnenstrahlen, die von unserer Sonne ausgesendet werden, und wandeln sie in Gleichstrom um. Ein Wechselrichter wandelt diesen Gleichstrom in sog. Wechselstrom, welchen du und ich jeden Tag nutzen [5]. Die Lebensdauer einer Photovoltaikanlage beträgt ca. 20 Jahre, je nach Instandhaltung und Umweltbedingungen. Beim Herstellungsprozess von Solarzellen entsteht CO2 als einziges klimaschädliches Gas. Auch die Entsorgung von Solarzellen ist nachhaltig, da aufgrund der WEEE- Richtlinie (Waste of Electrical and Electronic Equipment) bis zu 95% der Teile alter Solarzellen recycelt werden [6].

Warum alle eine Photovoltaikanlage besitzen sollten

Klar ist es eine Investition eine Photovoltaikanlage auf das eigene Dach zu bauen. Eine Photovoltaikanlage von ca. 100m² kostet zwischen €14.000 – 16.000 [7]. Auch die Form, also die Neigung, die freie Fläche und die allgemeine Größe des Daches sind zu berücksichtigen, wenn du solch eine Investition tätigen willst. Der entscheidende Faktor jedoch ist die Ausrichtung des Daches. Wenn dein Dach nach Süden gerichtet ist, so hast du gute Voraussetzungen für eine rentable Photovoltaikanlage.

Ungefähr €14.000, das ist viel Geld, aber es lohnt sich. Berechnungen zeigen, dass bei einer Erzeugung von 4-10kWp sich eine Anlage bereits nach 9-11 Jahren amortisiert hat, also Profit macht, und das bei einer durchschnittlichen Lebensdauer von 20 Jahren [8]. KWp bedeutet Kilo-Watt-Peak und ist die Bezeichnung für die Leistung einer Solarzelle unter Standard-Testbedingungen [9]. Für 1kWp benötigt man ca. 8-10qm Photovoltaikmodule. Pro kWp installierte Leistung bekommt man jährlich ca. 800-950 kWh Strom [10]. Wenn man nun den Stromverbrauch einer 4-köpfigen Familie betrachtet, welcher bei ca. 2600 kWh ist, so reichen einem ca. 35qm Photovoltaikmodule auf dem Eigenheim. Wichtig ist zu erwähnen, dass kleinere Anlagen im Verhältnis teurer sind als große, da Installation, Anfahrt und andere Arbeiten fast die gleiche Zeit in Anspruch nehmen und damit die gleichen Kosten erzeugen. Für die Berechnung der Gesamtkosten müssen darüber hinaus Instandhaltung und Wartung mit einbezogen werden.

Vorteil einer Photovoltaikanlage ist, dass du nicht nur deinen eigenen grünen Strom erzeugst, sondern auch noch Geld sparst. Einerseits bist du nicht von den steigenden Strompreisen abhängig und andererseits kann überschüssig erzeugte Energie in das Stromnetz eingespeist werden, wofür du eine Vergütung pro Kilowattstunde erhältst: So wurde das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Jahr 2000 verabschiedet, das Netzbetreiber verpflichtet grünen Strom zu bevorzugen [11]. Einzelpersonen erhalten dadurch eine Möglichkeit ihren Strom an Netzbetreiber zu verkaufen. Mithilfe von staatlichen Förderungen und den immer weiter sinkenden Preisen für Solarzellen sind diese daher für immer mehr Haushalte erschwinglich. Bekannt ist ebenfalls, dass wenn die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen steigt, der Preis immer weiter sinken wird.

Mittlerweile besteht sogar die Möglichkeit, sich eine Photovoltaikanlage zu mieten [12]. Dort zahlst du monatlich zwischen 30€ bis 160€, je nach Anbieter, und erhältst die Photovoltaikmodule mit Installation, Instandhaltung und Wartung mit dazu. Auch Schäden werden vom Vermieter übernommen und ausgebessert. Meist laufen die Verträge über 20 Jahre, entsprechend dem durchschnittliche Lebensalter einer Solarzelle. Der erzeugte grüne Strom gehört ganz dir. Und solltest du mehr Strom erzeugen, als du benötigst, so gehört der Gewinn, den du damit erzielst, auch dir [13]. Ob die Module nach den 20 Jahren auf dem Dach verbleiben und dir gehören oder nicht, ist vertragsabhängig. Zusammengefasst: Du zahlst über 20 Jahre einen monatlichen Preis und erhältst dafür Photovoltaikanlage, Installation, Wartung und den grünen Strom. Angebote und Preise, für Photovoltaikanlagen auf deinem Dach, kannst du einfach und schnell herausfinden, z.B. hier: https://www.eon.de/de/pk/solar/photovoltaik-rechner.html

Gesellschaftlich gesehen, tragen Photovoltaikanlagen nur Positives bei. Das Pariser Abkommen hat alle Staaten verpflichtet ihre Emissionen zu senken. Dafür sind Solar- und Windenergie die besten Möglichkeiten. Der Staat allein kann diese Aufgabe aber nicht allein stemmen. Alle sind gefragt und alle sollten das, was in ihrer Macht steht, tun, um unseren Planeten zu retten. Photovoltaikanlagen mindern einerseits den CO2-Ausstoß, andererseits sorgen sie für keinen radioaktiven Abfall oder Supergaus wie in Chernobyl oder Fukushima, die ganze Gebiete unbewohnbar gemacht haben. Durch Photovoltaikanlagen konnten 2016 in Deutschland bereits 160 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden [14]. Auch die Zukunft der elektrischen Autos, wodurch der Stromverbrauch nochmals ansteigen wird, wäre abgesichert und müsste nicht durch fossile Energien oder Atomkraft betrieben werden. Die Zukunft sieht so aus: Dezentrale, kleinräumige Netze und viele Erzeuger [15]. Eine saubere Zukunft.

Fazit

Hier noch ein paar weitere sehr interessante Fakten über erneuerbare Energien und Photovoltaikanlagen:

  • 2020 waren 82% des Ausbaus der Kapazitäten erneuerbar [16]
  • Photovoltaikanlagen erzeugen 10mal mehr Energie, als in ihrer Produktion gebraucht wurde.[17]
  • Die Erzeugungskosten für Solarstrom sinken (2001: 50,6 ct/kWh 2016: 6,9 ct/kWh)[18]
  • Der Photovoltaikmarkt hat eine Wachstumsrate von 15-20% jährlich [19]
  • Die Kosten für Solarzellen haben sich in den letzten 10 Jahren um ca. 75% gesenkt[20]
  • Nur 35% der erzeugten Energie in Deutschland ist aus erneuerbaren Quellen[21]
  • 2020 lag der weltweite Anteil erneuerbarer Energie bei 36,6% [22]
  • Förderungen hier: https://www.kfw.de/kfw.de.html, Einspeisevergütung des Staates, vor Ort suchen
  • Mach den Selbstcheck: https://www.enpal.de/informieren-v1?utm_source=seo

 Für Photovoltaikanlagen sind Investitionen von Nöten. Die reine Anschaffung, eventuelle Umbaumaßnahmen und andere Ausgaben, wie Installation, Reinigung und Instandhaltung sind hier vor allem zu nennen. Der Nutzen überwiegt jedoch. Nicht nur die Geldersparnisse sind ein Pluspunkt, sondern auch die Erzeugung des eigenen, grünen Stroms. Man ist unabhängig von steigenden Strompreisen und macht gleichzeitig etwas, damit wir alle noch lange auf diesem Planeten leben können. Natürlich werden viele nicht das nötige Startkapital haben, aber es gibt Förderungen vor Ort, die KfW-Förderung (siehe oben) oder Kredite. Vielleicht redest du mal mit deinen Eltern darüber und sprichst das Thema beim gemeinsamen Abendessen an. Und wenn du dann selbst ein Eigenheim gründest, denk an eine Photovoltaikanlage, denn sie lohnt sich.

Nun hast du einen Einblick in das Thema Photovoltaik erhalten. Wie siehst du das Ganze und welche Probleme stehen dir im Weg, um in Photovoltaik zu investieren? Ist es das Kapital oder doch eher der Aufwand? Welche weiteren Investitionsmöglichkeiten kennst du? Lass es mich und andere in der Kommentarspalte wissen.

Lass uns zusammen die Welt ein kleines bisschen schöner machen. Investiere in Nachhaltigkeit.

– verfasst von Alex Schmid – 

 

Quellen

[1][18][20] Götze, Susanne: „Energiewende Siebzehn Richtigstellungen zur Stromversorgung“, böll Fakten, 2019

[2][14] https://www.energie-experten.org/erneuerbare-energien

[3] https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/treibhausgas-emissionen/emissionsquellen#energie-stationar

[4][5] https://www.solaranlagen-abc.de/funktion-photovoltaik/

[6][17][21]  https://www.net4energy.com/de-de/energie/photovoltaik-nachhaltigkeit

[7][12] https://www.enpal.de/magazin/lohnt-sich-eine-photovoltaikanlage

[8] https://www.wegatech.de/ratgeber/photovoltaik/kosten-und-wirtschaftlichkeit/amortisation/

[9] https://de.wikipedia.org/wiki/Watt_Peak

[10] http://www.wmsolar.de/index.php?site=wissen

[11] https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/erneuerbare-energien-gesetz#erfolg

[13]https://www.enpal.de/magazin/solaranlage-mieten

[15] Lenk. Thomas; Oliver Rottmann; André Grüttner; unter Mitarbeit von Tim Starke: Finanzielle Bürgerbeteiligung im Rahmen der Energiewende, Bertelsmann Stiftung, 2015

[16][22] https://www.erneuerbareenergien.de/politik/energiepolitik/anteil-erneuerbarer-energien-neue-zahlen-solar-und-wind-boomen-2020-weltweit#:~:text=2020%20erh%C3%B6hte%20der%20starke%20Ausbau,von%2073%20%25%20im%20Jahr%202019

[19] Fuhs, Walther: „Photovoltaik- Stand und Perspektiven“, FVS: DGS, 2000

[21] https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/erneuerbare-energien.html

 

 

 

 

 

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