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Klimaschutz – und wie viel in meinem Interesse?

Der Klimawandel ist mächtig, der Klimawandel ist gefürchtet. Spätestens seit dem Rezo-Video hat sich ein großer Teil der Allgemeinbevölkerung damit auseinandergesetzt; und, womöglich, haben sich auch ominöse Ziele aus der Politik zum Besseren gewandelt.

Die Menschen gehen auf die Straßen, Schüler versäumen den Unterricht.

Klimawandel könnte potenziell Millionen von Klimaflüchtlingen erzeugen; er könnte für viele strafende Umweltkatastrophen sorgen, er könnte Leben auslöschen, Arten ausrotten.

In Ordnung. Und ich jetzt was?

Dass der Klimawandel von mehr als nur unserem täglichen Konsumverhalten rührt, ist klar, auch den Politikern und der Industrie. Die Wissenschaft selbst sagt nichts anderes darüber.

Gegenmaßnahmen, Lebensstiländerungen können allerdings wirklich in unserem eigenen Interesse sein. Das Gewissen zu beruhigen ist ein schlechter Motivator. Aber wenn wir unseren Teil leisten, werden wir auch nicht das Problem darstellen. Aus unserer, medizinischen Sicht gibt es für den Einzelnen viel zu gewinnen.

Was verursacht überhaupt Klimaschaden?

Soll ich mir jetzt alle schönen Dinge entbehren? Kein Autofahren, keine Flugreisen, kein Fleisch mehr?

Lebensstiländerungen sollen Nachhaltigkeit erzeugen, sind aber auch nachhaltig zu gestalten. Das heißt, sie sollen machbar sein. Für jeden Einzelnen.

Ein KHK-Patient mit metabolischem Syndrom braucht nicht nunmehr jede Strecke mit dem Rad zu fahren, für immer auf den Braten zu verzichten und ab sofort die Hälfte seiner Freizeit auf Yoga/Aerobic-Programme zu verwenden, während er zum Leidenschaftler für mediterrane Diäten und low-carb nutrition wird. Auch wenn das den besten Wert für seine Erkrankung hätte. Und den maximal besten Effekt für seine Blutspiegel.

Es ist immer gut, wenn man den Sinn der Sache im Kopf beibehält.

Daher gilt für jeden von uns die Devise: Da verbessern, wo man was verbessern kann. Und jeder hat einen Lebensbereich, in dem er einen Unterschied machen kann.

Wie bereits oben erwähnt, von den individuellen Klimamaßnahmen decken sich viele mit einem sehr gesundheitlichen Lebensstil.

Am Beispiel von Ernährung:

  • Verarbeitetes rotes Fleisch ist ungesund – zu viele McBurgers erhöhen das Mortalitätsrisiko, während vegetarische Ernährung, mit wissenschaftlichem Beleg, auf viele Erkrankungen bessernd wirkt. Zufälligerweise ist Rindfleisch auch die Art von Fleisch, die am allerschädlichsten für das Klima ist – Methan und Unmengen an zerstörtem Regenwald für Weidefläche und Sojafutterplantagen sind hierfür der Grund.
  • Mehr Pflanzen in der Ernährung sind gesünder – beugt vielen chronischen Krankheiten vor, verringert das Gewicht, ist gut fürs Klima.
  • Fisch schützt Herz und Hirn – der richtige Fisch ist auch klimafreundlicher als Fleisch. Wer ihn sich zweimal die Woche leisten kann, tut seinen Cholesterinspiegeln damit so viel gutes wie ein regelmäßig eingenommenes Statin. Sorgt womöglich auch für Langlebigkeit.
    Man sollte aber wirklich darauf achten, Fisch umweltfreundlich zu kaufen. Das soll heißen, nicht täglich, und zumindest mit einem der gängigen Nachhaltigkeitssiegel auf der Packung. (Ein besserer Ratgeber findet sich hier.)

Außerdem lässt sich regional kaufen, das spart auch allein schon sehr viel CO2 ein.

Wer die Ernährung auch nur ein bisschen umstellt, tut seinen Teil. Wild, ist besser als Huhn, ist besser als Rind. Die Birnen aus Deutschland sind zigmal besser fürs Klima als die aus Bolivien. Und trotzdem findet man abstruser Weise gerne mal beide nebeneinander im Supermarkt liegen.

Gute Gewissenhaftigkeit bedeutet Nützlichkeit, Interesse und Logik.

Und so positiv lässt sich Klimaschutz auch gestalten. Ein kleiner Schritt für einen Menschen bedeutet schon bald einen großen für die Menschheit, das gilt es nie zu vergessen.

Ein Text von Anes Dada

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