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Programm WS_2021/2022


Programm WS_2021/2022

Corona-Info:
Aufgrund der derzeitigen pandemischen Infektionslage müssen die Vorträge leider digital per ZOOM stattfinden.
Wir bitten Sie diesbezüglich um Ihr Verständnis.

Die ZOOM-Einwahldaten lauten:
ZOOM-Link: https://fau.zoom.us/j/69262667508?pwd=Umlpd3ZnMmsreFBWQXZVRlg4eHl5UT09
Meeting-ID: 692 6266 7508
Kenncode: JGF_2021

  • Am Mittwoch, den 20.10.2021 hält Prof. Dr. Axel Tschentscher (Bern) den Vortrag in Bayreuth.
    Thema: Normativität und Ästhetik von Rechtstexten
    Rechtstexte, insbesondere Gesetzestexte, sollen Norma8vität transpor8eren. Sie sollen durch Normsätze (Text) die jeweiligen Norminhalte (Gebote, Verbote, Erlaubnisse) in genau der Präzision an die Rechtsadressaten übermiHeln, die von den Autoren des Rechtstextes gewollt war. Der Wunsch nach unmissverständlicher VermiHlung hat in den letzten Jahrzehnten zu einer immer technisierteren Rechtssprache geführt. Lange Sätze mit gleichförmigen Begriffen und eindeu8gen Aufzählungen dominieren. Es ist kein Genuss, neue Gesetze zu lesen.
    Hat die Schönheit heute noch einen Platz in der Rechtssprache? Dieser Frage ist der Vortrag gewidmet. Zunächst geht es darum, ob wir überhaupt eine intersubjek8ve Ästhe8k annehmen dürfen, oder ob Schönheit, wie es häufig heisst, reine Geschmackssache ist? Sofern es schönere und weniger schöne Rechtstexte gibt, stellt sich weiter die Frage nach dem Nutzen der Ästhe8k. Wird durch schöne Texte die Funk8on, Norma8vität zu transpor8eren, wirklich gefördert? Das hängt unter anderem von der Art der Rechtstexte ab und von den Adressaten, die damit unmiHelbar angesprochen werden. Es hängt weiter davon ab, ob schöne Texte nur eine symbolische oder zusätzlich eine funk8onale KraZ haben. Gegen schöne Rechtstexte würde sprechen, wenn sie von den eigentlichen Inhalten sogar ablenken und darum – ähnlich wie fake news – eher schaden als nützen würden.
    Ort: H25 (RW I), Universitätsstraße 30
    Zeit: 18:00 – 20:00 Uhr c.t.
  • Am Mittwoch, den 01.12.2021 hält Prof. Dr. Mathias Schmoeckel (Bonn) den Vortrag in Erlangen
    Thema: Das Römisch-Kanonische Prozessrecht als vergessene Grundlage der modernen Hermeneutik.
    In der Geschichte der Hermeneutik fehlt bisher die Zeit des Mittelalters bis zur Aufklärung. Tatsächlich fand diese Zeit im Rahmen der Rechtsordnung die dafür nötigen Lösungen. Dieses Erkenntnis bereichert die interdisziplinäre Geschichte der Hermeneutik und eine wichtige Facette.
    Ort: JDC, Raum 0.283
    Zeit: 18:00 – 20:00 Uhr c. t
  • Am Mittwoch, den 15.12.2021 hält Prof. Dr. Armin Engländer (Universität München) den Vortag in Erlangen
    Thema: Demokratie in der Krise. Zur Analyse- und Problemlösungskompetenz der Rechtsphilosophie.
    Ort: JDC, Raum 0.283
    Zeit: 18:00 – 20:00 Uhr c. t
  • Am Mittwoch, den 12.01.2022 hält Prof. Dr. Friederike Wapler (Universität Mainz) den Vortrag in Bayreuth
    Thema: Unantastbar = unabwägbar? Zur Bedeutung der Menschenwürdegarantie bei Entscheidungen über die Verteilung lebensrettender Ressourcen.
    Im Dezember 2021 hat das Bundesverfassungsgericht den Gesetzgeber verpflichtet, das Verfahren der sogenannten „Triage“ im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gesetzlich zu regeln. Es muss demnach gesetzliche Maßstäbe dafür geben, nach welchen Kriterien knappe lebensrettende Ressourcen (z.B. intensivmedizinische Behandlungsplätze) zu verteilen sind, wenn die Kapazitäten nicht für alle Erkrankten ausreichen. Während das Bundesverfassungsgericht seine Entscheidung im Wesentlichen gleichheitsrechtlich begründet hat, wird die Diskussion im verfassungsrechtlichen und medizinethischen Schrifttum vor allem am Maßstab der Menschenwürde geführt. In dem Vortrag wird der Menschenwürdebezug existenzieller Verteilungsentscheidungen anhand umstrittener Kriterien wie dem Lebensalter und der (mutmaßlichen) längerfristigen Überlebensdauer aus verfassungsrechtlicher und rechtsethischer Perspektive untersucht.
    Ort: H25 (RW I), Universitätsstraße 30
    Zeit: 18:00 – 20:00 Uhr c.t.