Geography abroad

Ein weiterer Blog des FAU-Blogdienstes

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MA-Studierende in Quito

 

ISAP-Programm des DAAD fördert Studienaufenthalt an der FLACSO in Quito, Ecuador

Seit drei Monaten sind wir, Joanna, Veronika und Lena, Masterstudentinnen der Kulturgeographie, nun schon hier in Quito, 2850m hoch in den Anden, um ein Auslandssemester an der FLACSO (Facultad de Latino América de Ciencias Sociales) zu absolvieren. Nicht nur die biologische und kulturelle Vielfalt zeigt uns jeden Tag, wie facettenreich Ecuador ist. Auch akademisch und politisch ist dieses flächenmäßig relativ kleine, lateinamerikanische Land äußerst spannend und bietet viel Raum für kontroverse Diskussionen.

Das akademische Jahr wird hier in vier, knapp dreimonatige Blöcke unterteilt, sodass wir den ersten nun schon gemeistert haben. Die FLACSO bietet Master- und Doktorandenprogramme in sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fächern an. Das Angebot an Lehrveranstaltungen ist groß, da diese jedoch sehr anspruchsvoll sind, können wir kaum mehr als zwei Kurse pro Block belegen. Um sich das Studium zu finanzieren, arbeiten einige Student*Innen auch während der Vorlesungszeit. Deswegen finden die Kurse zwischen morgens sieben bis zehn und abends fünf bis acht Uhr statt. Die Uni ist aber den ganzen Tag offen, die Professor*Innen haben Sprechstunden und betreuen Forschungsgruppen und es gibt Arbeitsräume für Student*Innen, eine Cafeteria, einen kleinen Park direkt vor der Tür und eine Bibliothek gleich um die Ecke. Die Unterrichtsräume sind alle mit interaktiven Whiteboards ausgestattet und die Kursgrößen klein genug, sodass viel diskutiert werden kann und der Einsatz von unterschiedlichen Lehrmethoden möglich ist. Das Niveau der Kurse ist hoch und auf Grund der Sprache für uns besonders herausfordernd, gleichzeitig aber auch extrem interessant. Wir wurden sehr freundlich aufgenommen und integriert und fühlten uns von Anfang an willkommen. Das Klima an der FLACSO ist offen und international:  Es kommen Student*Innen aus ganz Südamerika und teilweise auch Europa und den USA hierher und viele Professor*Innen habe im Ausland studiert und/oder gelehrt. Besonders erkenntnisreich waren die zahlreich eingeplanten Exkursionen, bei denen wir zum Beispiel, je nach Kurs, zum Biobauernhof einer Professorin gefahren und dort gemeinsam gekocht haben oder ein Eco- und Community-Tourism Projekt in den Anden besuchen konnten. Natürlich waren die Exkursionen auch eine super Gelegenheit, um unsere Kommilitonen*Innen besser kennenzulernen.

Zudem können wir die Zeit in Quito nutzen, um Praktika zu absolvieren: Lena hat zum Beispiel erfolgreich ein Praktikum beim Auslandsbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung abgeschlossen und tiefe Einblicke in die politischen Zusammenhänge des Landes gewonnen. Joanna und Veronika werden in der kommenden Hälfte des Aufenthaltes Praktika absolvieren.

Die Weihnachtsferien konnten wir nutzen, um zu reisen und mehr Orte dieses faszinierenden Landes und teilweise auch angrenzender Nachbarländer wie Peru oder Kolumbien kennenzulernen. Nun freuen wir uns auf die zweite Hälfte unseres Auslandssemesters. Wir haben hier die Möglichkeit, eng mit Professorinnen der FLACSO zusammenzuarbeiten und sie bei ihren jeweiligen Forschungsprojekten zu unterstützen. Die Themenbereiche reichen von der Untersuchung  verantwortungsvollen Konsums und Übergewicht in Ecuador, über die Arbeit zu privaten Naturschutzgebieten bis hin zu Interkulturalität im Zusammenhang mit der indigenen Bevölkerung.

Viele Grüße aus Quito, der Stadt des ewigen Frühlings,

Lena, Joanna, Veronika