Konflikte und Kompromisse

 Ein  Weg in  der Einfachheit. Als Student zwischen 1955-1960 folgte ich mit großem Interesse  an der TH Darmstadt den Ausführungen meines Professors für Strömungsmechanik  Nikolaus Scheubel (1899-1976). Von hoher Anziehungskraft war für uns u.a. seine Vorlesung „Verkehrsproblem des Maschinenbaus“, eine  „Lust-Vorlesung“ (wie man damals sagte) mit einer für solche Anlässe  gewaltigen Hörerzahl. Mit ein paar Formeln an der Tafel konnte Scheubel komplizierte Zusammenhänge des Straßen-, Schi...

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Islamische Identität

– Ein Brief an meinen syrischen Freund Achmed – Lieber Achmed, Es ist bald zwei Jahre her, dass wir uns kennen gelernt haben. Du bist 2014 schon vor dem großen Strom auf abenteuerlichem Wege zu uns gekommen. Dein Bruder kam dann im großen Strom nach und wohnt jetzt bei Dir. Deine Schwester wohnt in Belgien. Du bist im Deutschen in einem C2-Kurs mittlerweile so gut, dass Du diesen Brief mit Leichtigkeit verstehst. Du kannst ja schon komplizierte Zusammenhänge frei formulieren. Wie Du mir kürzli...

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„Sollen impliziert Können“

– Eine Kritik an der klassischen Ethik – 1) Moralisches Können (MK) als moralische Pflicht (Sollen). Ein wesentlicher Inhalt der klassischen Ethik wurde von Immanuel Kant (1724-1804) in seinem Werk „Kritik der praktischen Vernunft“ (1788) erarbeitet. Das wichtige Prinzip „Sollen impliziert Können“, eine Formulierung der Modernen, wurde von Kant im Original wie folgt abgefasst: „Er urteilt also, dass er etwas kann, darum weil er sich bewusst ist, dass er es soll, und erkennt in sich die Freihei...

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Die Würde des Menschen

- Ein Kommentar zum TV-Film „Terror“ (ARD 17.10.16) von F. v. Schirach - 1) Zur Philosophie Immanuel Kants zum Thema Menschenwürde und der Art. 1 des Grundgesetzes. Art. 1 Grundgesetz Absatz 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Wer diese beiden großartigen Sätze verstehen will, ist auf die Philosophie Immanuel Kants (1724-1804) angewiesen. Denn es kann kein Zweifel bestehen, dass unsere Verfassungsväter beim Or...

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Das Internet der Dinge und das Ding-an-sich

1) Wanderung mit Aristoteles, als Erzählung. Wir streiften vor langer Zeit mit Aristoteles durch Wald und Feld und fragten ihn beim Wandern: „Das Sein, was ist das eigentlich?“. Wir hofften damals, der alte, weise Mann würde sicherlich in Verlegenheit geraten. Aber siehe da, er hielt beim Wandern inne, schnaufte tief, blickte uns skeptisch an und begann überraschender Weise mit Erklärungen, die jeder verstehen konnte. „Schau um dich“ sagte er, „und was siehst du?“. Und er fing an mit dem Wander...

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Vom Glaubens-Terrorismus zur Religion

1. Einleitung. Da unser Blog die Überschrift trägt „Unsere Zeit in Gedanken fassen“, ist ein Beitrag zum Thema „Terrorismus“ überfällig. Wer vermutet, wir beziehen uns nur auf den Terrorismus aus dem Islam, der irrt. Der Terrorismus, den wir im Christentum, z.B. während des 30-jährigen Krieges (1618-1648), erlebt haben, steht ebenso zur Debatte. Wir reden zeitfrei und systematisch. Aber: Wir kamen zum Westfälischen Frieden, der heute im Islam noch aussteht und nach Henry Kissinger im Nahen Oste...

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Unternehmensgründung – Ein Interview mit Peter Mertens

Einführung: Bis zu seiner Emeritierung leitete Prof. Mertens den Lehrstuhl „Wirtschaftsinformatik I“ und die Forschungsgruppe B „Betrieblich Anwendungen“ der Friedrich- Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Zu einer engeren Zusammenarbeit mit ihm kam es in der 12-jährigen Laufzeit des Sonderforschungsbereichs (SFB) 182 „Multiprozessor- und Netzwerkkonfigurationen“, der in diesem Blog beschrieben wird. In dem SFB betreute er das Teilprojekt D5 „Produktionsplanung mit verteilten Wissensbasierte...

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„Industrie 4.0“ aus der Sicht Immanuel Kants

1) Unser Verstand. Folgen wir Immanuel Kant (1724-1804), dann ist unser Erkenntnisvermögen strikt zweigeteilt: Verstand (engl. understanding, lat. intellectus) und Vernunft (engl. reason, lat. ratio). Da ist einmal unser Verstand, der über unsere Wahrnehmungsorgane das verarbeitet, was Erfahrung genannt wird. Der Verstand kann aber auch Begriffe bilden, die dann unsere Erfahrung bestimmen, z.B. den Begriff „Kraft“, um einen Körper in gradliniger, gleichförmiger Bewegung zu beschleunigen. Der Z...

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Das Invariante bleibt: Eine Studie zum Begriff der Nachhaltigkeit

1) Edsger W. Dijkstra und die Nachhaltigkeit in der Lehre. Der berühmte Informatiker Edsger W. Dijkstra (1930-2002), Turing-Preisträger 1972, „aus dem Lande am Meer“, den Niederlanden, schrieb 1997 in dem viel beachteten Buch „Beyond Calculation, The next fifty years of computing“ (Hrsg.: P. J. Denning, R. M. Metcalfe) einen Beitrag mit der Überschrift „The Tide, not the Waves“ (die Gezeiten, nicht die Wellen). In seiner Urform gibt es den Aufsatz auch im Internet. Um ins Thema hineinzufinden,...

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Das Subsidiaritätsprinzip

1) Der Vertrag von Maastricht (1992). Von einem Prinzip spricht man, wenn nicht von einem schlichten Begriff die Rede ist, sondern auch Begriffe gemeint sind, die erst in der Zukunft eingeführt werden. Auch für diese soll das Prinzip gelten. „Ein Prinzip ist das, aus dem ein anderes seinen Ursprung hat“ (Wikipedia). Diese Eigenschaft haben normale Begriffe nicht. Ein Prinzip ist also etwas, was aus der normalen Begriffsbildung herausragt. Ein großer Teil unseres politisch-sozialen Lebens ist s...

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