Young Academics at FAU

Blog des Graduiertenzentrums

Inhalt

Umfrage: Promovierende mit Lehrverpflichtungen

Wir möchten Sie auf eine Umfrage aufmerksam machen, die sich an Promovierende richtet, die in der Lehre tätig sind.

Kerstin Helker ist Doktorandin am Institut für Erziehungswissenschaft der RWTH Aachen und beschäftigt sich im Rahmen ihrer Dissertation mit Motivation und Verantwortung in der universitären Lehre. Mit ihrem Fragebogen möchte sie untersuchen, welche Auswirkungen das Spannungsfeld zwischen Forschung, Lehre und sonstiger am Institut anfallender Arbeit auf die Motivation von Doktorand/innen hat, die in der Lehre tätig sind.

Wenn Sie also auch promovieren und zusätzlich in der Lehre tätig sind, würde Frau Helker sich sehr freuen, wenn Sie sich  10 – 15 Minuten Zeit nehmen könnten, um ihren Fragebogen zu beantworten.

Hier geht es zur Umfrage: www.tinyURL.com/EZW-Umfrage

Ihre Daten werden anonym erhoben und vertraulich behandelt, die Ergebnisse der Umfrage würde Kerstin Helker den Teilnehmer/innen aber gerne zukommen lassen.

Als Dankeschön werden unter allen Teilnehmern Fachbücher im Wert von 500 Euro verlost.

Mehr Informationen: Kerstin Helker

 

15.12.2011: Gründercafé

Das Gründercafé lädt wie jeden Monat Gründungsinteressierte ein, Unternehmensgründerinnen und -gründer zu treffen und von ihren Erfahrungen zu profitieren.

Wann: 15.12.2011, 17:00 – 19:00 Uhr
Wo: IZMP Erlangen, Raum K 3 (1. OG), Henkestraße 91, 91052 Erlangen

  • Vorstellung der ASLD GmbH und erste Gründungserfahrungen
    Frau Dr. Zhabiz Rahimi, Geschäftsführerin und Gründerin, ASLD GmbH, Erlangen
    Frau Dr. Rahimi ist EXIST‐Gründerstipendiatin und Geschäftsführerin der vor kurzem gegründeten ASLD GmbH. Die Firma ASLD entwickelt und vertreibt innovative Software für ein schnelles und präzises Design von Festkörperlasern. http://www.asld.de/
  • Wie investiert der UnternehmerTUM Fonds und was erwarten Investoren von Gründern?
    Herr Andreas Unseld, Investment Manager, UnternehmerTUM Fonds Management GmbH, München
    Der im Juli 2011 aufgesetzte UnternehmerTUM Fonds investiert als Venture Capital‐Frühphasenfinanzierer in innovative Start-ups in ganz Deutschland. Der Fokus liegt dabei auf den Bereichen IuK‐Technologie, Medizintechnik und CleanTech mit hohem Wachstumspotenzial. http://www.unternehmertum.de/vc/
  • Was ist bei einem Businessplan wichtig, um als Gründer finanziert zu werden?
    Frau Michaela Müller , Netzwerk Nordbayern GmbH, Nürnberg
    Das netzwerk nordbayern ist ein Unternehmernetzwerk, das die Gründung und das Wachstum von innovativen Technologie‐, IT‐ und Life Science‐Unternehmen fördert. Es unterstützt der Businessplan‐Erstellung und vermittelt Kapital‐ und Kontakte. http://www.netzwerk‐nordbayern.de/
  • Möglichkeit für Teilnehmer/innen, eigene Geschäftsideen kurz vorzustellen

Bitte melden Sie sich hierzu vorab per E‐Mail an.
Information und Anmeldung:
Markus Vollmuth, Tel. 09131-85 25864, scientrepreneur@uni-erlangen.de

Umfrage zur Stressbewältigung von Doktorand/innen an der FAU

Stress während der Dissertation?

Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit (Studiengang Soziale Arbeit) untersucht Monika Chilla von der Evang. Hochschule Nürnberg, wie Promovierende an der FAU die Zeit während ihrer Dissertation erleben.  Dazu hat sie einen kurzen Fragebogen entwickelt.

Es wäre schön, wenn Sie sich die wenigen Minuten Zeit nehmen könnten, um sich an der Umfrage zu beteiligen und die Forschungsarbeit so zu unterstützen.

Hier gehts zur Umfrage: http://www.ebefragung.de/panel/index.php?sid=62638&newtest=Y&lang=de

Bericht: Promovieren an der Philosophischen Fakultät am 7.11.2011

In Kooperation mit der Philosophischen Fakultät veranstaltete die Graduiertenschule der FAU am 7.11.2011 einen Infonachmittag für alle, die an der Promotion zum Dr. phil. an unserer Universität interessiert sind.

Frau Prof. Lubkoll, Vorsitzende des Promotionsausschusses, eröffnete die Veranstaltung und stellte das Programm und die weiteren Vortragenden sowie den neuen Promotionsleitfaden sowie die Promotionsordnung zum Dr. phil. vor. Nach einem kurzen Ausflug in die gar nicht so weit entfernte Vergangenheit der einsamen Promotionsarbeiten „im stillen Kämmerlein“ zeigte Prof. Lubkoll auf, wie sich die Promotionsbedingungen neuerdings für die Promovierenden verbessert haben. So können und sollen sich seit einiger Zeit die Doktorand/innen über die Plattform docDaten registrieren, womit eine unkomplizierte Kommunikation mit den verschiedenen Stellen der Universität sichergestellt wird. Durch die Registrierung können außerdem die Zulassungsvoraussetzungen der Promovierenden schon zu Beginn des Vorhabens geprüft werden – und nicht zuletzt wird mit der Bestätigung durch den Doktorvater bzw. die Doktormutter auch das Betreuungsverhältnis verlässlich dokumentiert.

Anschließend wurden die Zulassungsbedingungen für die Durchführung einer Promotion und grundlegende Verfahrensabläufe geklärt:

  • Allg. Hochschulreife oder Eignungsprüfung
  • Sprachkenntnisse — neue Regelung (es sind nur noch die Sprache/n notwendig, die für die Bearbeitung eines Themas benötigt werden)
  • bei einer fachfremden Promotion: spezifische Auflagen und Promotionseignungsprüfung
  • Note — Abschluss mindestens „gut“ (sonst Ausnahme beim Promotionsausschuss beantragen)
  • Begutachtungsverfahren der Dissertation
  • Erst- und Zweitgutachter/innen (letztere können ggf. auch von anderen Fakultäten oder Universitäten kommen), Auslagefristen
  • Veröffentlichung
  • Disputation — als „Gelehrtengespräch“, nicht als Prüfung (der oder die Promovierende ist immer der größte Experte auf seinem Wissensgebiet)

Im Anschluss ging Frau Prof. Habermann, Professorin für Germanistische Sprachwissenschaft, detailliert auf die persönlichen Voraussetzungen ein, die potentielle Doktorand/innen mitbringen sollten. Bei der Frage: Warum will ich promovieren? sollten intrinsische Gründe ausschlaggebend sein wie die Begeisterung für das Fach und für die Fragestellung; pragmatische Gründe (z.B. die berufliche Weiterentwicklung) können aber auch eine Rolle spielen. Keinesfalls sollte man promovieren, weil man nicht weiß, was man stattdessen machen sollte.

  1. Themenfindung – Diese wandelt, präzisiert und entwickelt sich im Laufe der Zeit weiter;  allerdings sollte man das große Ziel nicht aus den Augen verlieren.
  2. Disziplin  Es besteht die Gefahr, dass man sich in der Promotion verliert, seine Zeit nicht sinnvoll nutzt und keine Struktur findet. Eigenverantwortung, Organisationstalent und Durchhaltevermögen werden während der Promotionsphase weiter ausgebildet, müssen aber im Ansatz bereits vorhanden sein.
  3. Berufliche Entwicklung: Diese kann sich positiv aufgrund einer Promotion entwickeln, es muss aber nicht so sein.  Manche Personaler verzichten gezielt auf die Einstellung von Promovierten aufgrund der erhöhten Gehaltsanforderungen.
  4. Netzwerke: So bald wie möglich sollte die Forschungsarbeit der wissenschaftlichen Community vorgestellt werden. Auf Konferenzen sollte auch die Möglichkeit genutzt werden, sich zu vernetzen.

Dr. Robert Fischer ist Forschungsreferent an der Philosophischen Fakultät. Er ging in seiner Präsentation auf die Fragen zur Finanzierung von Konferenzreisen ein und stellte sowohl sein Aufgabenspektrum als auch die Möglichkeit vor, eigene Mittel für die Durchführung der Forschungsarbeit einzuwerben. In einer detaillierten Aufstellung der Förderdatenbanken (vgl. Präsentation) ging er auf die Eigenschaften der verschiedenen Suchmöglichkeiten ein. Er erläuterte die Eigenschaften der Finanzierung der Promotion mit einem Promotionsstipendium, als Assistent an der Uni, durch die Mitarbeit in einem Forschungsprojekt oder in einem Unternehmen. Die Begabtenförderungswerke wurden einzeln besprochen und die besonderen Förderbedingungen und Ausschlusskriterien dargestellt. Auch die Möglichkeit einer Förderung im Rahmen eines Graduiertenkollegs oder durch Stipendienprogramme zur gezielten Förderung von Frauen wurde besprochen.

Frau Agnes Bidmon, Doktorandin in der Literaturwissenschaft, berichtete aus ihrer eigenen Erfahrung als Stipendiatin, als Mitarbeiterin am Lehrstuhl und als Projektmitarbeiterin. Sie schilderte die  Vor- und Nachteile jeder Situation, wenn man entweder zu wenig Zeit oder zu wenig Geld hat (eines von beiden scheint immer zuzutreffen…), sprach über Lehraufträge und Lehrveranstaltungen, über das Grenzen-Setzen  und das Grenzen-Erfahren und die wichtige Lernaufgabe, „Nein“ sagen zu lernen. Außerdem war einiges zu hören über die  nötige  institutionelle Anbindung, über Selbstdisziplin und über die Entwicklung einer Idee über mehrere Jahre.

Anschließend betonte Frau Prof. Abele-Brehm, Professorin für Sozialpsychologie, die Wichtigkeit des Austauschs mit Kolleginnen und Kollegen und die Beantwortung der Frage nach der Motivation für eine Promotion. Sie erzählte von den Hintergründen der kumulativen Promotion, berichtete über Ablehnungsquoten bei eingereichten Publikationen und klärte im Detail über die obligatorische Zusammenfassung der Dissertation auf.

Frau Dr. Mayer von der Graduiertenschule der FAU  sprach zum Abschluss über die Promotionsprogramme und das Semesterprogramm der Graduiertenschule der FAU und ging auf Fragen bezüglich der Registrierung der Promotion ein.

Deadline 30.11.2011: HERA Joint Research Programme „Cultural Encounters“

Es gibt eine neue europäische Fördermöglichkeit für die Geisteswissenschaften: Das HERA Joint Research Programme „Cultural Encounters“ ist mit einem Budget von 18 Mio. EUR ausgestattet. Es wird im Februar 2012 veröffentlicht und richtet sich gezielt an Geisteswissenschaftler/innen. Sozialwissenschaftliche Disziplinen können sich beteiligen, solange der Schwerpunkt des Projekts bei den Geisteswissenschaften liegt.

Gefördert werden neue und spannende Projekte zum Thema „Cultural Encounters“, an denen Wissenschaftler/innen aus mindestens drei verschiedenen HERA-Mitgliedstaaten zusammenarbeiten. An HERA beteiligt sind Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Irland, Island, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen (evtl.), Portugal, Schweden, Slowenien und das Vereinigte Königreich. Die Ausschreibung richtet sich an Wissenschaftler/innen ab Postdoc, die an einer Universität, Fachhochschule oder Forschungseinrichtung angestellt sind. Einzel- oder unabhängige Vorhaben werden nicht gefördert. Eine kurze Darstellung des Konzepts der „Cultural Encounters“-Ausschreibung finden Sie unter:http://www.b2match.eu/hera2012

Um die Bildung von internationalen Konsortien zur Beteiligung an der „Cultural Encounters“ Ausschreibung zu fördern, wird am 21. Februar 2012 in Berlin ein „HERA Matchmaking Event“ stattfinden. Hier können interessierte Wissenschaftler/innen der beteiligten Länder Kontakte knüpfen und evtl. Kooperationen für eine darauffolgende gemeinsame Ausschreibungsbewerbung anbahnen.

Wenn auch Sie am „HERA Matchmaking Event“ teilnehmen möchten, können Sie sich ab sofort unter:http://www.b2match.eu/hera2012 bewerben. Hierfür reichen Sie ein Abstract (max. 1 Seite) Ihrer Projektidee bis zum 30. November 2011 über die o.g. Internetseite ein. Ihr Abstract wird danach durch das HERA Konsortium evaluiert. Erfolgreiche Bewerber/innen für das „Matchmaking Event“ werden bis Anfang Januar 2012 über das Evaluierungsergebnis informiert. Für die Reisekosten zum „Matchmaking Event“ stellt das HERA Konsortium im Bedarfsfall eine finanzielle Unterstützung zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren finden Sie unter: http://www.b2match.eu/hera2012 oder http://www.heranet.info/ Bei Fragen zu HERA „Cultural Encounters“ sowie dem „HERA Matchmaking Event“ wenden Sie sich an Fr. Engel (christa.engel@dlr.de, Tel. 0228 3821 1695) oder Fr. Dr. Lutteropp (kerstin.lutteropp@dlr.de, Tel. 0228 3821 1642), von der deutschen Nationalen Kontaktstelle für das HERA Joint Research Programme „Cultural Encounters“.

12. und 13. November 2011: Erlanger Graduiertenkonferenz

Am 12. und 13. November 2011 findet die 10. Erlanger Graduiertenkonferenz zum Thema „(Re-)Präsentationen der Arbeitswelt“ statt, zu der das Organisationsteam herzlich einlädt.

Die zweisprachige Tagung (Deutsch/Englisch) richtet sich vor allem an Postgraduierte und Graduierte der Sprach-, Literatur-, Kulturwissenschaften, der Politischen Wissenschaft, der Soziologie, Geschichte, Philosophie, Pädagogik, Theologie, Kunstgeschichte und der Theater- und Medienwissenschaften. Das Programm finden Sie auf der Konferenzhomepage in der Kategorie Programm.

Die Teilnahme an der gesamten Konferenz kostet 25,00€. Wenn Sie sich  für einzelne Vorträge, die Vernissage  ERFAHRUNGsPRODUKTion oder die Lesung der Autorin Kathrin Röggla interessieren, können Sie beitragsfrei teilnehmen.

Bitte melden Sie sich in jedem Fall an unter: info2011@gradnet.de.

Bericht: Auftaktveranstaltung „Gute wissenschaftliche Praxis“ am 3.11.2011

Am 3. November 2011 fand in Kooperation mit der Kommission zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens (KUWF) die Auftaktveranstaltung zum Thema „Gute wissenschaftliche Praxis“ statt, das den aktuellen Semesterschwerpunkt der Graduiertenschule der FAU bildet.

In seiner Begrüßung benannte Prof. Dr.-Ing. Joachim Hornegger, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, bereits zwei Aspekte, die sich problematisch auf die Einhaltung der guten wissenschaftlichen Praxis auswirken könnten. In einem „Forschungsumfeld der Superlative“, so Prof. Hornegger, seien häufig bereits Promovierende einem enormen Erwartungsdruck ausgesetzt, „möglichst spektakuläre Ergebnisse“ zu liefern. Zum anderen besitze der Doktortitel besonders in Deutschland ein hohes Prestige, was dazu führen könne, dass wissenschaftsfremde Motive beim Promotionsvorhaben zu starkes Gewicht bekämen.

Prof. Dr. Andreas Frewer, Vorsitzender der KUWF, machte danach in seinem Einführungsvortrag gleich zu Beginn mit einem bekannten Beispiel auf die möglichen Dimensionen wissenschaftlichen Fehlverhaltens aufmerksam. Der koreanische Genetiker Hwang Woo-suk schaffte es mit seinen gefälschten Ergebnissen aus der Stammzellforschung 2005 auf die Titelseite der Zeitschrift Science und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, bis die Manipulationen aufflogen. Fälle dieser Art sind nicht neu, seit Mitte der 70er Jahre gibt es eine  internationale Diskussion über Fabrification, Falsification und Plagiarism, wie die zentralen Begriffe in der Debatte lauten.

In Deutschland verabschiedete die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 1998 Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis. Auslöser war der Fall zweier Krebsforscher, die einer Fülle unterschiedlicher Vergehen in allen drei genannten Kategorien überführt worden waren. Zu den grundlegenden Empfehlungen der DFG zählt, dass man lege artis, also den Fachstandards entsprechend, arbeitet, alle Ergebnisse konsequent selbst anzweifelt und diese sorgfältig dokumentiert. Absolute Ehrlichkeit ist wichtig, wenn es um Beiträge von Fachkollegen geht. Spezielle Empfehlungen spricht die DFG auch zu Fragen der Leitungsverantwortung an Lehrstühlen und Instituten sowie zur Betreuung des wissenschaftlichen Nachwuchses aus.

Leistungs- und Bewertungskriterien, die allein auf die Zahl der Publikationen und bibliometrische Indizes, wie etwa den Hirsch-Index, gründen, seien kritisch zu betrachten. Doch so sehr die Referentinnen und Referenten des Abends Sympathie für die Leitlinie „Originalität und Qualität statt Quantität“ zeigten, so skeptisch zeigte man sich angesichts der tatsächlichen Dominanz quantifizierbarer Maßstäbe in Berufungs- und Drittmittelkommissionen.

Ein Resultat der DFG-Richtlinien war außerdem, dass an den Universitäten Strukturen zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis eingerichtet wurden. So gibt es an der FAU die genannte Kommission und unabhängige Ombudsleute zur Klärung einschlägiger Vorwürfe. Etwa 10-15 Fälle jährlich werden an Frau Prof. Dr. Andrea Abele-Brehm als Ombudsfrau herangetragen. Viele davon können bereits im Vorfeld geklärt werden, so dass nur wenige offiziell in der Kommission verhandelt werden müssen. Die Fallzahlen haben sich in den Jahren gesteigert, doch ist nicht bekannt, ob dies nicht auch auf die verstärkte Aufklärung zurückzuführen ist.

Der Maßnahmenkatalog sieht interne oder öffentliche Rügen, die Zurückziehung eines Artikels oder Entschädigungen vor und reicht bis hin zur Aberkennung akademischen Ämter oder Titel bzw. bis zum Strafverfahren. Der Medizinethiker Prof. Frewer unterscheidet hier präventive, diagnostische und therapeutische Maßnahmen. Im Bereich der Prävention sei neben Weiterbildung und Aufklärung besonders an eine sorgfältige Promovierendenbetreuung zu denken. Als Diagnose-Instrumente sind etwa Dissertationskontrollen und eine adäquate Plagiatssoftware vorstellbar. Die Therapie bliebe einer eigenen Geschäftsstelle an der FAU oder auch einer nationalen Behörde überlassen, wie es sie etwa in den USA oder auch in Dänemark gibt.

Die daran anschließende Podiumsdiskussion griff unter reger Beteiligung des Publikums zahlreiche Punkte auf und machte die hohe Relevanz des Themas deutlich. Einig waren sich alle Diskutant/innen auf dem Podium darin, wie wichtig ein intensiver Austausch mit den Promovierenden ist, um wissenschaftliches Fehlverhalten möglichst zu unterbinden. Dazu gehört nach Prof. Dr. Thomas Fauster, ebenfalls KUWF-Mitglied, auch eine solide Zeiteinteilung der Promovierenden. Häufig sei beispielsweise die Dokumentation und Archivierung der Teilergebnisse in Gefahr, wenn in der Phase der Endredaktion die Zeit dazu fehle. Ohne nachvollziehbare Datensammlungen, die nach den Standards 10 Jahre archiviert werden müssen, haben die Studienergebnisse aber kaum Wert. Am Lehrstuhl von Prof. Hornegger gibt es deshalb für die einzelnen Projekte eigene Websites, um den Zugang zu den Datensammlungen zu gewährleisten. Aus ihrer Erfahrung als Ombudsfrau heraus betonte Prof. Abele-Brehm, dass man sich auch um die Opfer und Whistle-Blowers zu kümmern habe, die zuweilen durch ihre Aufdeckungen Nachteile in der Fachgemeinde in Kauf zu nehmen hätten. Wichtig sei außerdem eine bessere Aufklärung über die Sanktionen von Fälschung und Ideenklau in der Forschung. Die Prävention und Schulung dürfe aber dabei nicht zu kurz kommen, meinte  Dr. Jens Hofmann von der UB Erlangen-Nürnberg. Bei fortgeschrittenen Studierenden und auch Promovierenden seien nicht selten erstaunliche Defizite feststellbar, wenn es um die Praxis der Literaturrecherche und -verwaltung gehe. Dementsprechend groß ist das Angebot an Workshops für Nachwuchswissenschaftler/innen, die die UB u.a. in Kooperation mit der Graduiertenschule der FAU veranstaltet. Dr. Monica Mayer von der Graduiertenschule konnte außerdem berichten, dass es mittlerweile einen mit den Fakultäten abgestimmten Leitfaden zur guten Praxis bei der Betreuung und Durchführung der Promotion gibt, der die Beteiligten über ihre Aufgaben, Rechte und Pflichten aufklärt und damit zur Sicherung der Standards beiträgt.

Weitere Aufklärung tut not, das wurde deutlich – und das eigentlich nicht nur bei Nachwuchswissenschaftlern, wie die abschließende Bemerkung von Prof. Abele-Brehm klarmachte. Mitunter sind es ihr zufolge die etablierten Professoren, die sich bei den Arbeiten ihres wissenschaftlichen Nachwuchses bedienen.

Die Aufklärung wird nicht nur in diesem Semester mit dieser und weiteren Veranstaltungen unseres Semesterschwerpunkts geleistet, z.B. bei der Podiumdiskussion im Rahmen des Collegium Alexandrinum am 02.02.2012. Auch in Zukunft soll die Thematik in jedem Semester in mindestens einer Informationsveranstaltung unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet werden. Weiterführende Infos zum Thema und zu weiteren Veranstaltungen finden Sie auf den Websites der Graduiertenschule.



10.11.2011: phil.Forum 2011 – 2. Jobmesse Geistes- und Sozialwissenschaften

Am 10.11.2010 von 10 bis 15 Uhr findet das phil.Forum 2011 – die 2. Jobmesse Geistes- und Sozialwissenschaften im Redoutensaal, Theaterplatz 1 in Erlangen statt.
Nutzen Sie die Gelegenheit und treten Sie in Kontakt mit interessanten Arbeitgebern, wie beispielsweise dem Theater Erlangen, The Boston Consulting Group GmbH, dem Verlag Koch, Neff & Volckmar GmbH und informieren Sie sich über klassische Berufsfelder und alternative Beschäftigungsmöglichkeiten. Viele Angebote wie Vorträge, Bewerbungsmappenchecks oder ein Bewerbungsphoto-Service stehen Ihnen darüber hinaus zur Verfügung.  Experten informieren Sie außerdem zu den Themen Selbständigkeit und Auslandspraktika Rede und Antwort.

Am Stand „Promovieren an der Phil“ können Sie übrigens mit Ansprechpartner/innen der Fakultät und der Graduiertenschule der FAU ins Gespräch kommen und sich zu Fragen rund um die Promotion beraten lassen.

Weitere Informationen zur Messe oder auf der Facebook-Seite: www.facebook.com/phil.Forum2011