Neuerscheinung: postsouveräne Territorialität?

Bereits vor einigen Wochen ist ein Sammelband von Ulrike Jureit und Nikola Tietze zur Frage der „postsouveränen Territorialität“ erschienen. Im Hintergrund der interdisziplinären Beiträge stehen letztlich zwei Debatten: Zum einen ist die Frage, ob in Zeiten rasanter Europäisierung und Globalisierung das klassische nationalstaatliche Handeln noch ’souverän‘, überhaupt noch effektiv sein kann. Zum zweiten stellt sich die Frage, ob öffentliches Handeln noch an räumliche Zuständigkeiten geknüpft ist, oder ob nicht aräumliche und hybride Akteursnetzwerke territorial organisiertes Handeln in Frage stellen.

Der Sammelband bringt aktuelle und sehr konzeptionell orientierte Beiträge zusammen und zeichnet sich durch einen hohen Grad an Interdisziplinarität aus.

Mein Beitrag diskutiert, ob denn die grenzüberschreitende Verflechtung als postsouveräne Raumentwicklung zu sehen ist – und kommt zu einem klar ablehenden Votum. Raum und Territorium sind zwar zunehmend komplexe Kategorien der grenzüberschreitenden Entwicklung, aber weder Souveränität noch räumliche Organisationsprinzipien sehe ich letztlich in Frage gestellt.

In der FAZ (23.4.2015) hat Hedwig Richter den Band sehr kritisch besprochen – sie kritisiert vor allem die stark konstruktivistische Ausrichtung vieler Beiträge (kostenpflichtig im FAZ-Archiv, frei verfügbar unter buecher.de). Gefreut hat mich die positive Erwähnung meines Beitrags, etwas resigniert war ich ob meiner Bezeichnung als „Geologe“….

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