Noble Frauen

Haben Sie die Nobelpreisverleihung mitbekommen? Auffallend in diesem Jahr: Viele Frauen bekamen den Preis; zum Beispiel in Chemie, Literatur und anteilig in Physik. Wobei nicht einmal eine so prominente Auszeichnung in der Gender-Frage glatt durchgeht: Die beiden Chemie-Preisträgerinnen liegen derzeit noch im juristischen Clinch mit einem vornehmlich männlichen Forscherteam, das die erste Veröffentlichung der ausgezeichneten Entdeckung für sich reklamiert. Doch selbst die heuer gesteigerte Fr...

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Smart City

Wir alle kennen das Smart Home. Jetzt werden nicht nur Häuser, sondern ganze Städte smart, weshalb das korrespondierende Schlagwort „Smart City“ lautet. Das Schlagwort gibt es ungefähr seit der Jahrtausendwende. Eine Stadt ist dann smart, wenn sie weitgehend nachhaltig ist, Ressourcen spart, ihre Stadtplanung sich am demographischen Wandel ausrichtet und das alles bei soliden Finanzen. Ein Instrument smarter Städte ist zum Beispiel Sharing. Je mehr Autos geshart statt gekauft werden, desto...

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Der Preis des Lebens

Penny hat soeben einen neuen Laden in Berlin eröffnet – nichts Besonderes? Doch. In diesem Laden werden für einige Artikel nämlich echte Preise ausgewiesen. Denn das, was wir in jedem anderen Laden an der Kasse bezahlen, ist alles andere als der echte Preis. Sagen wir, wir kaufen für unsere selbstgemachten Frikadellen ein Pfund Hackfleisch aus konventioneller Tierhaltung und Herstellung. Auf der Packung steht dann 2,79 €. Selbst für jemand, der nicht regelmäßig die Haushaltseinkäufe tätigt, i...

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Warum leben wir noch?

Warum sind wir nicht längst ausgestorben? Wir haben das Klima gekillt, die Luft verpestet, den Regenwald abgebrannt und schaffen es nicht, trotz moderner Medizin eine grassierende Pandemie in den Griff zu bekommen. Tausende Tierarten sind längst ausgestorben, die viel länger auf diesem Planeten gelebt haben als wir – warum sind wir immer noch da? Zugegeben, eine etwas exotische Frage. Suchen wir Antworten. Vier Antworten gibt Yuval Harari in seinem Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ ...

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Unsere Helden

Den Ärger kennen wir: Wir brauchen noch schnell was vom Supermarkt oder Discounter, fahren hin, greifen ins Regal und greifen ins Leere. Wir ärgern uns. Über wen? Natürlich über den Händler, weil er die Ware nicht da hat. Dabei kann dieser in den meisten Fällen nichts dafür. Sein Warenwirtschaftssystem hat längst das Unterschreiten des Sicherheitsbestands angezeigt und die Bestellung beim Hersteller ausgelöst. Und der Hersteller möchte liefern! Die Ware liegt bei ihm im Lager! Doch niemand fä...

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Hier kommen die Enten!

Wir kennen die Tragödie der letzten Meile, denn wir sind ihre Hauptdarsteller – wenn auch in passiver Rolle: Wir sind meist nicht da, wenn der Post- oder Paketbote klingelt und deshalb nochmal kommen oder einen Nachbarn für unsere Zustellung rekrutieren muss. Einmal ganz davon abgesehen, dass der arme Bote sich dabei die Hacken rundläuft: Er kommt jedes Mal mit dem Diesel oder dem eVan vorgefahren und verpestet die Luft oder verbraucht Strom, der noch nicht komplett Öko-Strom ist. Um es kurz abe...

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Panik, Chaos, Corona

Ich bin erschüttert, wie die Leute mit Corona umgehen. Gewiss: Viele verhalten sich vernünftig, tragen Masken, waschen sich die Hände, halten Abstand und verzichten momentan auf Orgien. Doch die aktuelle Krise bringt nichts heftiger, rasanter und explosiver ans Tageslicht als die galoppierende, schäumende und haareraufende Unvernunft. Virus-Krise? Krise der Vernunft! Zum Beispiel Urlaub: Während die einen sich ballermann-artig saufend an Stränden massieren, bis die örtlichen Behörden wegen sp...

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Was ist größer als die UNO?

Vor Wochen wurde sogar die Post eingespannt, um den US-Wahlkampf zu entscheiden. Angeblich sollte ihr Budget gekürzt werden, so dass Hunderttausende Briefwahl-Sendungen nicht rechtzeitig ankommen könnten. So wichtig ist die Post: Wenn sie’s nicht bringt, ist sogar die Demokratie bedroht. Das geht natürlich nur, weil der US Postal Service noch das ist, was die Deutsche Bundespost bis 1995 war: ein Staatsunternehmen. Zum 1.1.1995 wurde sie aufgeteilt in die Deutsche Post und die Deutsche Teleko...

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Die 4-Tage-Woche

Träumen wir nicht alle davon? Nur vier Tage die Woche arbeiten! Dafür drei Tage Wochenende! Warum wird das Thema derzeit heiß diskutiert? Weil seit dem Lockdown in vielen Branchen und Betrieben nicht mehr genug Arbeit für alle da ist. Also anstatt die Kurzarbeit ad infinitum zu verlängern – oder Massenentlassungen zu provozieren – könnten alle einen Tag weniger arbeiten, damit die Arbeit dann für alle reicht. Das ist keine Utopie. Die 4-Tage-Woche wurde schon getestet, zum Beispiel in den 90e...

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Wie stehen die Aktien?

Wir sind Export- und Reiseweltmeister. Wir sind auch Sparweltmeister. Die Sparquote der privaten deutschen Haushalte liegt bei rund zehn Prozent; das sind umgerechnet 249 Milliarden Euro jährlich, was im internationalen Vergleich sehr hoch ist. Beneiden uns andere Nationen um unsere Sparsamkeit? Sie beneiden und sie belächeln uns. Sie beneiden uns, weil wir so gern und so viel sparen und sie belächeln uns, weil wir so renditeschwach sparen. Wir sparen mit dem Sparbuch, mit dem Bausparvertr...

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Es lebe die Europalette!

Wir kennen sie alle. Wenn wir dem Discounter in den Hinterhof blicken, sehen wir sie manchmal in schwindelerregende Höhen gestapelt: die Europalette. Eigentlich stimmt der Name nicht. Denn dieser allseits verbreitete Ladungsträger (auch ein schöner Begriff) wurde ursprünglich auf den Namen „Europoolpalette“ getauft (weil alle Paletten in einem Pool getauscht werden). Die Taufe war 1960. Vor 1960 wurden, was man sich heute kaum vorstellen kann, die Güter unseres täglichen Bedarfs einfach so...

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Fleisch ist das Brot für Arme

Warum? Weil Fleisch inzwischen so billig ist wie Brot. Beim Discounter ist zum Beispiel ein Pfund Hackfleisch bereits für 2,33 Euro zu haben – Brot vom Bäcker ist teurer. Die Leute essen heute Fleisch so wie früher arme Leute Brot aßen. 60 Kilo Fleisch verdrückt jeder und jede Deutsche im Schnitt im Jahr, das ist mehr als ein Kilo pro Woche. Brot essen wir lediglich circa 40 Kilo jährlich. In den 60er-Jahren noch war Mett eine Delikatesse und „Doppelfett-Stufe“ eine Verlockung. Da haben die K...

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Was macht Ihr Sklave?

Erinnern Sie sich? Für jeden Wisch am Handy muss ein Sklave buckeln oder ein Kind schuften. Noch immer werden Sklaven, Kinder und Kindersklaven mit vorgehaltener Waffe in den Blutminen des afrikanischen Kontinents zum Abbau von Coltan gezwungen. Ohne Coltan läuft kein Smartphone. Und es klebt nur deshalb kein physisches Blut an unseren Handys, weil kaum ein Handy-Hersteller weiß, aus welchem finsteren Höllenloch sein Coltan kommt. Denn zwischen der Blutmine und dem Flagship Store (oder dem On...

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Sind wir denn blind?

Fahren Sie Rad? Wer nicht! Und nun die Gretchen-Frage: Tragen Sie dabei einen Helm? Wenn nicht: Sie sind in guter Gesellschaft. 83 Prozent aller deutschen Radler tragen keinen Helm (laut Unfallforschung der Versicherer, 2013). Wer wochenends in der Natur unterwegs ist und die vielen behelmten Mountain-Biker beobachtet, wird diese hohe Quote kaum nachvollziehen können. Doch die behelmten Bike-Enthusiasten sind zahlenmäßig kein Vergleich zum viel größeren Heer der Radfahrer, die in den Innenstädte...

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Was wir wirklich brauchen

Die globale Schifffahrt gilt als „Motor des Welthandels“. 90 Prozent des weltweiten Warenverkehrs werden auf dem Seeweg transportiert. Daher die Motor-Metapher. Es ist ein schmutziger Motor. Denn jährlich stößt dieser Motor 932 Millionen Tonnen CO2 aus (2015). Das ist mehr als ganz Deutschland (2017) ausgestoßen hat, selbst wenn wir alle Fabriken, PKW, LKW, alle Kraftwerke und Haushalte und alle Kühe mitzählen. Ungefähr 3 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes quellen aus den Schloten von Sc...

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Das große Unbekannte

Elon Musk will zum Mars (https://blogs.fau.de/weltbewegend /2020/06/29/eine-stadt-auf-dem-mars/). Dort will er Terra Incognita entdecken, unbekannte Regionen erforschen. Warum ausgerechnet auf dem Mars? Wo es doch hier auf der Erde immer noch das große Unbekannte gibt, zum Beispiel, Stand heute, 80 Prozent des Meeresbodens. Lediglich 20 Prozent davon sind bislang kartographiert. Wobei auf dem Meeresgrund geschätzt deutlich mehr Schätze ruhen als auf dem Mars: Öl, Gas (beide aktuell unpopulär...

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Ist das nicht verrückt?

Eben noch wurde das E-Auto als Retter der Menschheit, des Klimas und der Umwelt gepriesen und von den Mainstream-Medien mit einer Vehemenz gefordert, die an Besessenheit grenzte und die eine ganze Industrie geradezu nötigte, milliardenschwer in E-Produktionsanlagen zu investieren – und jetzt sitzt das E-Auto schon wieder auf der Ersatzbank und medial wird einem neuen Heilsbringer gehuldigt: dem H-Auto, dem Wasserstoff-Antrieb, dem Auto mit Brennstoffzelle. Und wie immer, wenn es um die Brenns...

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Eine Stadt auf dem Mars

Vor einigen Wochen startete das erste private Raketen-Taxi zur Internationalen Raumstation ISS. Elon Musk war dabei mit seiner Firma SpaceX der „Taxiunternehmer“. Wenn US-Astronauten die letzten Jahre zur ISS hoch wollten, mussten sie mit dem staatlich russischen Beförderungsdienst fliegen, der einen satten Preis dafür nahm. Mit dem Start der Rakete von Elon Musk im Mai dieses Jahres waren US-Astronauten seit 2011 zum ersten Mal wieder mit einem amerikanischen Gefährt unterwegs in den Orbit. ...

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Trinkt Solarbier!

Heute reden wir mal nicht über Corona, sondern über eine Sonnenseite des Lebens. Reden wir über Solarbier! Ein schönes Thema mit starker Nachfrage. Rein statistisch betrachtet trinkt jeder Bundesbürger über 100 Liter Bier im Jahr (2018). Bier zählt zu den beliebtesten deutschen Getränken. Und wir können ohne weiteres die Hypothese aufstellen, dass der Bierkonsum wegen der Corona-Krise steigen könnte. Zwar waren Gastronomie und Biergärten wochenlang geschlossen. Doch a) gibt es nach Wiedereröf...

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Frauen in Männerberufen

Erstaunlich ist, dass es in unseren Tagen immer noch erstaunt, wenn junge Frauen ein Studium in einem MINT-Fach beginnen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Obwohl ihre Zahl geradezu stürmisch zugenommen hat. Sie stieg seit 2008, was schätzen Sie, um wieviel Prozent? Um 70 Prozent. Und immer mehr Frauen wollen nach dem Studium in den entsprechenden Berufen natürlich auch in Führungspositionen. Modern geführte Unternehmen wollen das auch. Die BASF zum Beispiel möchte bis 20...

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